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Sydney

Welcome to Downunder

Wohnst du noch oder lebst du schon?

Sydney – wo das Wasser verkehrt herum abfließt. Falls es euch nicht bekannt war, Australien ist teuer. Wir mieteten uns eine Unterkunft über AirBnB, und obwohl der Gastgeber sehr entgegenkommend war, fanden wir es nach zwei Tagen doch merkwürdig, dass wir immer durch sein Schlafzimmer gehen mussten, um in unseres zu kommen. Also buchten wir kurzerhand um und bezogen unsere neue Unterkunft. Hier war zwar die Schlafsituation deutlich komfortabler, aber abgesehen vom Schlafzimmer schien alles etwas – nennen wir es ungepflegt – und es gab keinen Topf. Mehr noch, nachdem wir den Vermieter der Unterkunft darauf hingewiesen hatten, versprach er einen Topf zu organisieren. Am Abend kam er dann mit einer weiteren Pfanne in unsere Unterkunft. Asiaten brauchen anscheinend zum Kochen nicht wirklich Töpfe, das war uns auch in L.A. schon aufgefallen.

Das Erkunden der Strafkolonie

Bondi Beach

Entsprechend versuchten wir so viel Zeit wie möglich außer Haus zu verbringen. Da wir an unserem ersten Tag in Sydney an der 40° Marke kratzten, nutzten wir direkt die Chance einen der berühmtesten Strände der Welt zu besuchen: Bondi Beach. Wenn Strände besonders bekannt sind, gehe ich immer automatisch davon aus, dass sie atemberaubend schön sein müssen. Das bedeutet weißer Sand, türkisblaues Wasser, im Hintergrund ein paar Palmen. Bisher hat das noch nie zugetroffen und auch der Bondi Beach sollte da keine Ausnahme sein. Verglichen mit Venice Beach hat mir der Strand besser gefallen, weniger heruntergekommen, nichtsdestotrotz völlig überlaufen und unspektakulär. Aber bei 40° immer noch besser als das Südbad in Bochum Linden. Nachdem wir weiter an unserer Maximalpigmentierung gearbeitet und eine Partie Qwirkle gespielt hatten, meldete sich schließlich der Hunger.

Sydney

Am nächsten Tag zeigte sich Sydney von einer vollkommen anderen Seite. Kaum auszudenken. Über Nacht hatten wir einen Temperatursturz von 20°C erlebt, sodass wir die frühzeitig gebuchte Free-Walking-Tour an diesem Tag bei winterlichen Temperaturen von 19° und Regen absolvieren mussten. In Sydney! Wie immer war die Tour total super, alles was ich euch dazu heute noch sagen kann ist, dass 1. Australien früher als Lager für Strafgefangene herhalten musste (das dort alle von Verbrechern abstammen erklärt vielleicht die Angelegenheit mit der Kohlekraft) und dass die Menschen aus Sydney und Melbourne Erzrivalen sind. Beide hatten sich darum beworben Hauptstadt zu werden, und um niemanden vor den Kopf zu stoßen, hat man das in der Mitte gelegene Canberra auserkoren.

Unsere Zeit in Sydney gestaltete sich entsprechend der australischen Art – ziemlich entspannt. Wir besuchten den Manly Beach, wo wir Zeuge davon wurden, wie Menschen von Möwen in hinterlistigem Sturzflug die Pommes aus der Tüte geklaut wurden, betrachteten das Opernhaus von allen Seiten und schlenderten durch die Stadt. Memo haben wir nicht gefunden – sorry!

Darling Harbour

Ein besonderes Highlight kann man jeden ersten Samstag im Monat bestaunen. Zu unserem Glück fiel dies bei uns mit dem Chinesischen Neujahr zusammen. Während unserer gesamten Zeit in Sydney, durften wir erleben, wie dieses Fest regelrecht zelebriert wird. Man kann sich nirgends in der Stadt aufhalten, ohne nicht wenigstens auf einem Mini-Plakat ein entsprechendes Tiersymbol zu erkennen. Im Stadtzentrum sind alle chinesischen Tierkreiszeichen in Übergröße dargestellt, zum Beispiels ein riesiger aufgeblasener Tiger und Drache. Um auf besagtes Highlight zurückzukommen, wir fanden uns am ersten Samstag im Monat bei einsetzender Dämmerung am Darling Harbour wieder, um ein im Hafen auf dem Wasser stattfindendes Feuerwerk zu bestaunen – zu Ehren des Jahres des Schweins.

Zum Schluss bleibt eine Frage. Hat der Verkehrsverbund in Sydney der BoGeStra die Sitze geklaut oder war es andersherum?

4 Kommentare zu “Sydney

  • Oliver G. 28. Februar 2021 at 8:04 Antworten

    Sydney! Die Reise geht weiter, ich freue mich und danke für die Fortsetzung 🙂

    Schlafzimmer, Töpfe, Pfannen, Down under .. the bed? Ach, zum Kochen! Welch ein Glück 😉 Vielleicht hatte der Vermieter da und auch in L.A. die Erfahrung gemacht, dass die Touristen eh auswärts essen gehen, z.B. beim Asiaten, und Töpfe und Pfannen halt dort benötigt werden.

    Von Botany Bay und Van Diemen’s Land klingen so einige irische Volkslieder und künden von der Strafkolonie. Dass alle von Verbrechern abstammen, ist natürlich ein Gerücht, betrifft zum einen nur Weiße und zum anderen kann “Verbrechen” schon das Klauen von Kartoffeln zur Kinderernährung gewesen sein.

    Das ist aber ein sehr schönes Foto von Darling Harbour mit dem ganzen Licht auf dem Wasser bei Dunkelheit und ohne das Feuerwerk! Wie habt ihr es geschafft, dass keiner auf dem Steg steht?

    Jahr des Schweins? So lange ist das schon wieder her? Krass, bin ja selbst im Jahr des Schweins geboren, oink 🙂

    Eine wirklich verteufelte Ähnlichkeit der Sitzbezüge, auch wenn die Sitze an sich irgendwie deutlich breiter aussehen, als die Bogestra sie einem zur Verfügung stellt. Vermutlich ist es kaum möglich, ganz unterschiedliche Designs zu entwerfen, wenn weder Eddingkritzel noch Blutspritzer auf den Sitzen auffallen sollen … 😉

    • Joel 17. März 2021 at 19:54 Antworten

      Späte Antwort von mir.

      Die erste Stegreihe ist netterweise vor und während des Feuerwerks gesperrt, somit ist das Foto ohne großen Aufwand zustande gekommen.

      Die Zeit vergeht echt wie im Flug. Ist inzwischen schon über 2 Jahre her :-O

      Jenni hatte übrigens noch vergessen zu erwähnen, dass die Unterkunft unseres ersten Vermieters der erste Ort auf unserer Reise war, an dem wir innerhalb einer Wohnung auf Kakerlaken getroffen sind 😀

      • Oliver G. 18. März 2021 at 15:10 Antworten

        Kakerlaken? In Australien? Die Briten haben aber auch wirklich alles da eingeschleppt 🙁 Oder war es eine Eigenevolution, Beutellaken oder Schnabellaken oder so, das wäre ja wieder spannend gewesen! 😉

        • Joel 20. März 2021 at 12:21 Antworten

          So genau haben wir das leider nicht analysiert. War auch eher im Dunkeln 😀
          War jedenfalls etwas unangenehm.

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