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Canterbury

Canterbury

Oh, wie schön ist Canterbury. Man kann sich gerne darüber streiten, welche Insel oder welcher Teil Neuseelands einem nun am besten gefällt. Bei meinen Recherchen war mir schnell klar, dass ich mein Herz an die Region Canterbury verlieren würde. Wie ihr bereits wisst, hatte ich mich auch in Wanaka und den Mount Aspiring National Park verliebt. Doch während diese Liebe eher überraschend kam, wusste ich bereits bevor wir neuseeländischen Boden betreten hatten, dass unsere Tage in der Region Canterbury unvergesslich sein würden.

Mackenzie District

Lake Tekapo

Der Lake Tekapo liegt im Mackenzie District und war ursprünglich ein Gletschersee. Wir hatten einen Campingplatz direkt am Ufer des Sees gewählt und schon beim ersten Passieren der Straße wusste ich: das wird großartig. Wir bauten wie gewöhnt unsere Zelte auf und stellten uns auf ein paar raue Nächte ein, waren doch Temperaturen von 4-6 Grad Celsius angesagt. Die Nacht verlief jedoch überraschend mild. Der Mond schien wahnsinnig hell, ein erstes Plus des Lichtschutzgebietes, in dem wir uns nun befanden. Wenn man nachts eine kleine Weltreise zur Toilette unternehmen muss, lernt man solche Dinge einfach zu schätzen.

Am nächsten Tag stellte sich nach der anfänglichen Begeisterung Ernüchterung ein. Im Verlauf des Tages war  teils starker Regen angesagt, weshalb wir unsere eigentlichen Pläne erstmal auf Eis legten und unser Lager erkundeten. Ich hatte atemberaubend schöne Bilder von Lupinfeldern am Lake Tekapo gesehen, leider waren wir natürlich nicht im Frühling, sondern im Sommer vor Ort. Wir unternahmen dennoch eine kleine Wanderung entlang des Ufers und übten unsere Steine-Flitsch-Fertigkeiten. Auf dem Rückweg unternahm mein Gärtnerherz schließlich doch noch ein paar Freudensprünge, denn in Richtung des Waldes entdeckte ich schließlich noch – ihr könnt es euch denken –  Lupine!

Church of the Good Shepherd

Nachdem wir den Nachmittag mit ein paar Spielen verbracht hatten und uns die kleine Tochter eines deutschen Ehepaares ein selbstausgedachtes Spiel beigebracht hatte, nach dessen Regeln sie immer gewann, machten wir uns auf zur Church of the Good Shepherd. Da der Lake Tekapo in einem der größten Lichtschutzgebiete der Welt liegt, wird diese Kirche häufig als Motiv zur Sternefotografie ausgewählt. Um das Sterne beobachten kamen natürlich auch wir nicht herum, und das ist auch gut so! So konnte ich mich erstmalig an diesem schwierigen, speziellen Bereich der Fotografie versuchen. Ein bisschen Übung brauch ich wohl noch, ich denke aber es vermittelt euch einen guten Eindruck.

Zum Glück hatten sich im Laufe des abends die Regenwolken wieder verzogen, das war für erfolgreiche Sternebeobachtung und -fotografie natürlich unerlässlich, brachte aber gleichzeitig einen starken Temperaturfall mit sich. Bei 4 Grad Celsius in der Nacht wachten Joel und ich irgendwann vor Kälte zitternd auf – im Sommer! Mit allen Pullovern und Hosen, die sich anziehen ließen, brachten wir diese Nacht dann jedoch irgendwie hinter uns.

Joel und Jenni nach einer durchfrorenen Nacht im Zelt

Lake Pukaki und Hooker Valley Trek

Am Folgetag meinte das Wetter es wieder gut mit uns, die Sonne schien und so fuhren wir Richtung Mount Cook Nationalpark (Aoraki) um den Hooker Valley Trek zu wandern. Der Wanderweg ist relativ leicht zu bewältigen, es gibt keine größeren Steigungen. Lediglich zwei Mal müssen höhenängstliche Menschen wie ich ihren Schweinehund überwinden und wackelnde Brücken überqueren. Dafür wird man mit einem immer beeindruckenderen Panorama des Mount Cook höchstpersönlich belohnt. Das Ziel ist ein Gletschersee, in dem tatsächlich noch der ein oder andere Eisbrocken schwimmt. Auf dem Weg dorthin legten wir jedoch zunächst einen kurzen Zwischenstopp am Lake Pukaki ein. Das ist nicht nur ein witziger Name, sondern der See ist sogar noch blauer als der Lake Tekapo. Kaum zu fassen und einfach wunderschön.

Ein Kommentar zu “Canterbury

  • Oliver G. 29. März 2020 at 5:54 Antworten

    The Canterbury Tales!

    Oder eher Trails, ihr seid ja gewandert 🙂

    So ein klarer Mond ist für Nachwanderungen schon eine tolle Sache. In England gab es mal die Lunar Society, die sich nur bei Vollmond getroffen hat. Aus niederen Instinkten allerdings, denn bei Mondlicht lässt es sich besser nach Hause torkeln 😀

    So ein See hat schon etwas. Hattet ihr mal überlegt, so eine Seepfütze auszugraben und bei euch im Garten wieder einzupflanzen? Das hätte doch etwas!?

    Jenny scheint glücklich mit den Lupinen, die sind ja auch schön bunt, bei mir jedoch leichte kognitive Dissonanz, da ich primär “Futterpflanze” assoziiere. Raps ist aber auch sehr schön, wenn auch farblich nicht so abwechslungsreich. Das Lupinenfeld scheint wirklich freie Natur zu sein, denn im Kulturanbau ist das nicht so mit Kamille durchsetzt 🙂

    Das Sternenfoto ist sehr hübsch geworden! 🙂 Gut, dass ihr Vollmond hattet, das kam der Belichtungszeit bestimmt entgegen. Wenn man den Blitz einsetzen muss, dann dauert das immer Jahre, bis das von den Sternen zurückkommt, bis man dann endlich das Foto machen kann 😉

    Krebs, Stier, Zwillinge und Orion. Dafür hättet ihr nicht nach Neuseeland fahren müssen 😀

    >Das Ziel ist ein Gletschersee, in dem tatsächlich noch der ein oder andere Eisbrocken schwimmt.

    Ein Gläschen Gletschersee on the rocks, Olive rein, fertig ist das Nationagetränk Neuseelands 😀

    Erneut vielen Dank für einen weiteren Bericht eurer Weltumrundung 🙂

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