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Fjordland

Auf ins Fjordland

Queenstown

Wir verließen Wanaka am frühen Vormittag, um uns auf den Weg in Richtung Fjordland zu machen. Unterwegs legten wir im Lake District jedoch noch einen kurzen Zwischenstop ein: Queenstown. Da Max lebensmüde ist, hatte er sich entschlossen einen Fallschirmsprung zu wagen. Wir wollten vor unserem Ableben noch ein bisschen was von der Welt sehen und sind dementsprechend währenddessen durch die Stadt geschlendert.

Queenstown ist ein süßes kleines Städtchen, in dem man definitiv ein paar Stunden verbringen kann. In der Umgebung gibt es auch einiges zu entdecken, zahlreiche Wanderrouten und actionreiche Angebote warten auf den erkundungsfreudigen Touristen. Wer’s mag kann zum Beispiel im angrenzenden Lake Wakatipu mit einem Hai-U-Boot eine Runde drehen. Schaulustige, wie wir es sind, dürfen das dann von der Promenade bestaunen. Einfach toll! 

FÜR DEN KLEINEN HUNGER: COOKIE TIME

Mein Schlemmerherz machte kurz ein Paar Aussetzer, als ich den frischen Keksgeruch in der Luft vernahm und dann die Milchshakes sah. Kekse, Eis, Sahne – Cookie Time. Muss ich noch mehr dazu sagen? Das einzige Manko ist, dass man nicht noch mehr davon essen kann, ohne dass einem speiübel wird.

Milford Sound

Nach einer weiteren gemütlichen Runde durch die Innenstadt und einem kleinen Einkaufsbummel am Handwerkermarkt der Promenade – Joel besitzt jetzt auch drei T-Shirts aus neuseeländischer Produktion…oder jedenfalls neuseeländischem Verkauf – kehrte Max wohlbehalten zu uns zurück. Wir setzten unsere Fahrt gen Süden in Richtung Fjordland Nationalpark fort und erreichten am frühen Abend unseren Campingplatz, wo wir bei strahlendem Sonnenschein unsere Zelte aufbauten. Bei unserem anschließenden Supermarktabstecher war der Weltuntergang dann bereits in vollem Gange. Es regnete. In Strömen. Das hielt auch am darauffolgenden Tag weiter an. Zu allem Überfluss stellten Joel und ich nach dem Aufwachen fest, dass wir über Nacht den Zeltboden erreicht hatten – Diagnose: Loch in der Luftmatratze? Da musste also zunächst mal eine neue her, wie gut, dass in Neuseeland überall Läden mit Campingbedarf zu finden sind.  Wir entschieden uns für den Rest des Tages einfach mal gegen eine mehrstündige Wanderung, da auch nach dem morgendlichen Bettentausch der Regen kein Erbarmen zeigte. Stattdessen blieben wir am Campingplatz und spielten. Am späten Nachmittag lockerte der Himmel etwas auf, sodass wir uns schließlich doch noch auf den Weg zum Milford Sound machten. Schließlich waren wir doch ins Fjordland gefahren, um Fjorde zu sehen!

Allein die Fahrt dorthin war spektakulär. Dank des vielen Regens bildeten sich überall in den Bergen Rinnsale, die dann den Fels herunterflossen. Ein wahres Naturschauspiel. Ein bisschen beklemmend war dann ein kleiner Tunnel, der mit Ampelschaltung den Verkehr zum Milford Sound und wieder zurück regulierte. Am Milford Sound stellten wir fest, dass Ebbe herrschte. Also zeigte sich uns nicht das klassische Postkartenmotiv. Trotzdem hatte die Stimmung etwas magisches, der Nebel, das Wasser. Es war wie in einem verwunschenen Land. Es fehlte nur noch, dass gleich ein Kobold oder eine Fee durch die Gegend hüpft. Seht selbst:

Doubtful Sound

Unser zweiter Tag im Fjordland Nationalpark war für den Doubtful Sound und damit den wohl berühmtesten aller Sounds reserviert. Entdeckt und benannt wurde er durch James Cook, der doubtful war, ob er es schaffen würde mit seinem Schiff durch eben diesen Sound zu navigieren. Da Joel und ich richtig gut im navigieren sind – wir schaffen es mittlerweile zum Ikea nach Essen zu finden ohne uns zu verfahren – machten wir uns diesbezüglich keine Sorgen. Folglich war es mehr als einleuchtend, dass wir eine Bootstour unternahmen. Um 10:00 Uhr wurden wir daher mit einem Bus eingesammelt und nach Te Anau chauffiert. Was folgte war ein regelrechte Odyssee. Am Ableger bestiegen wir zunächst gemeinsam mit vielen anderen Menschen ein Boot. Dieses Boot brachte uns dann über einen See, an dessen Ende wir einen Bus bestiegen. Dieser Bus kurvte durch die Berge und ließ uns schließlich an einem weiteren Ableger aussteigen, wo wie, wer hätte es gedacht, wieder ein Boot bestiegen. Bis hier her waren wir meinen Berechnungen zufolge insgesamt schon 5 Mal ein- bzw. wieder ausgestiegen. 

Unsere Bootstour war dann eine richtige Kaffeefahrt. Ganz beschaulich bei Tee und Kakao saßen wir unter Deck und schauten uns die Natur des Fjordes an. Das Wetter war toll, es goss flüssige Sonne. Was wir in den vergangenen Tagen für Regen gehalten hatten ist nämlich liquid sunshine (dt.: flüssige Sonne). Wieder was gelernt. Trotz dessen wagten wir uns irgendwann nach draußen, um ein paar Bilder zu schießen. Ganz kurz! Auch den Doubtful Sound durften wir also eher in seinem mystischen Gewand bestaunen. Immerhin konnten wir aber überhaupt etwas sehen, das ist bei den meist recht nebligen Verhältnissen gar nicht selbstverständlich.

2 Kommentare zu “Fjordland

  • Oliver G. 29. Dezember 2019 at 18:11 Antworten

    Mahlzeit ihr beiden Weltenbummler,

    schön, dass ihr wieder da seid! 🙂

    Das mit der Luftmatratze ist natürlich schade, vermutlich hattet ihr eine mit Ventilen für die Nordhalbkugel. Da die Corioliskraft in Neuseeland anders herum wirkt, lockert die Luft die Ventile und entfleucht!

    Es gibt nur einen(!) Tunnel durch den Berg, und der hat keine Spur für Fußgänger?!

    Die zuckerhutigen Berge sehen ein bisschen wie Brasilien aus 🙂

    An diesen runden Stein mit den vielen Seepocken habe ich mal ganz nah rangezoomt … ja, genau, Max Goldt lässt grüßen 😉

    Doubtful Sound klingt eher danach, als wären Cook die Ideen ausgegangen, wie er nach Cook Inseln und Cook Straße auch noch einen Fjord benennen könnte, den die Neuseeländer verwirrenderweise als Sund bezeichnen, und Cookie Sound ist auch nicht besser als Crunchy Fjord 😀

    Das mehrfache, sinnlos erscheinende Umsteigen von einem Verkehrsmittel auf das andere kommt mir nach dem VRR-Fahrplanwechsel zwar sehr bekannt vor, es scheint sich für euch aber mehr gelohnt zu haben. Die Bilder vermitteln vermutlich nicht, wie gewaltig das alles so um einen herum ist!

    Vielen Dank für diesen Bericht von der Südinsel! 🙂

  • Pingback: Otago - Guineveres Reisen - Raue Wildinis in Neuseeland

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