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Küstenleben

Vom Abel-Tasman-Park aus führte uns der Weg weiter zum Franz Josef-Gletscher. Um die längere Strecke gut überbrücken zu können, machten wir einen Halt bei den Pancake Rocks. Wir hatten diesen Park nur als kleinen Zwischenstopp eingeplant und waren daher umso begeisterter von der rauen Wildnis direkt neben dem Highway. Schon zuvor lieferte uns die Küstenfahrt unbeschreibliche schöne, malerische Ausblicke, doch hier konnten wir der Natur noch einmal ganz nah sein.

Pancake Rocks

Ihren Namen erhalten die Felsen durch ihre schichtförmige Beschaffenheit. Schuld ist ein Zusammenspiel aus Meeresorganismen, Druck und Zeit. Das Ganze sieht bei näherer Betrachtung etwas urig aus, der Gesamteindruck ist jedoch der worauf es ankommt, und der ist wunderschön. An zahlreichen Stellen gibt es kleinere oder auch größere Buchten, wo das tosende Wasser gegen die Felswände prallt. Die gewaltige Kraft des Wassers erzeugt teilweise einen ohrenbetäubenden Lärm und noch dazu gibt es ein lustiges Spiel ab, zu versuchen die hochpreschende Gischt auf einem Foto einfangen zu wollen.

Ein besonders witziger Felsen versteckt einige Figuren in sich. Wir sind ja der Meinung, dass man da schon ganz schön viel Fantasie braucht. Vielleicht seid ihr ja erfolgreicher als wir?

Franz-Josef-Gletscher

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg zum Franz-Josef-Gletscher. Dieser befindet sich im Westland Nationalpark. Vom dazugehörigen Parkplatz erreicht man schon nach etwa 20 Minuten den ersten Aussichtspunkt. So leicht wollten wir es uns aber natürlich nicht machen, wir wollten so nah heran, wie irgend möglich. Heutzutage kommt man zu Fuß nicht mehr bis ans Eis ran, wer das möchte muss eine gesonderte Tour buchen. Man kann dann, gegen eine entsprechende Gebühr, mit einem Helikopter hinauffliegen und das, was noch übrig ist begutachten. Lasst euch dies gesagt sei, Freunde, viel ist das nicht. Wer nicht an den Klimawandel glaubt, der darf gerne die zahlreichen Schilder entlang des Weges begutachten, die zeigen, wie weit der Gletscher noch vor einigen Jahren reichte und wie rapide das ewige Eis geschmolzen ist.

Mit diesem Hintergedanken am Ende des Wanderpfades stehend, empfand ich es wieder mal als beeindruckend und beängstigend zugleich, wie wunderschön und wie fragil diese Welt doch ist. Es war schon ziemlich verrückt in der Mittagshitze ein Paar Kilometer unter einem Eisberg zu stehen und einen eisigen Windhauch zu spüren. Ich hoffe, dass auch zukünftige Generationen sowas noch erleben können.

Nach einem ausgedehnten Abendessen entschieden wir uns noch für einen kurzen abendlichen Stopp am Lake Matheson. Dieser See spiegelt den Mount Cook und den Mount Tasman.

Wanaka im Mount Aspiring Nationalpark

Wanaka ist eine kleine Stadt im Mount Aspiring Nationalpark. Ohne Frage die Gegend in Neuseeland, die mir am besten gefallen hat. Das will bei einem so wunderschönen und abwechslungsreichen Land wirklich etwas heißen. Die Landschaft hier war so atemberaubend schön, dass ich mich wirklich etwas geärgert habe, dass wir nicht länger bleiben und die ein oder andere Wanderung dranhängen konnten. Es fing damit an, dass wir mit viel Glück einen Campingspot direkt am See bekommen haben. Unsere Aussicht war also perfekt.

Roys Peak

Während Max und Lena schonmal einen kleinen Abstecher nach Queenstown machten, nutzten Joel und ich den nächsten Tag für eine der tollsten Wanderungen unserer ganzen Reise. Das kann ich im Nachhinein so beurteilen, denn die Stunden des Wanderns waren einfach nur qualvoll: Roys Peak. Drei Stunden ging es nur bergauf. Bergauf. Bergauf. Sagte ich schon bergauf? Und ich meine das wortwörtlich. Der Weg schlängelte sich den Berg hinauf, es gab nicht wirklich Abwechslung und da die bescheuerte Wetterapp kalte Temperaturen angezeigt hatte, waren wir viel zu warm angezogen und hatten auch viel zu wenig Wasser dabei. Es war anstrengend. Der Parkplatz unten wurde immer kleiner und die Spitze rückte einfach nicht näher. Wer sich jetzt denkt: wieso tut ihr euch sowas an, das klingt ja grauenvoll, keine Sorge! Es hat sich gelohnt.

Nachdem wir oben ein interessantes Gespräch über den VfL-Jesus geführt, eine ausgedehnte Pause gemacht und Joel ungefähr 1.000.000 Fotos von mir geschossen hatte, machten wir uns an den genauso nervigen Abstieg. Davon taten übrigens am nächsten Tag meine Knie weh. Aber dieser Ausblick war einfach magisch und unvergesslich und jedes Mal, wenn ich an unsere Wohnzimmerwand schaue, bin ich wahnsinnig froh, dass wir diese Wanderung gemacht haben. Am Morgen war ich nämlich noch richtig unmotiviert und dachte, wir könnten den schönen sonnigen Tag doch auch einfach entspannt am See verbringen. Doch dann hat der liebe Patrick irgendwo aus Südamerika geschrieben, dass wir diese Wanderung doch unbedingt machen sollten. An dieser Stelle ein Riesen Danke für den Tritt in den Hintern. Wir haben es nicht bereut!

3 Kommentare zu “Küstenleben

  • Oliver G. 23. September 2019 at 15:40 Antworten

    Hallo Weltreisende (ehemalig),

    Franz-Josef-Gletscher und Franz-Josef-Land hatte ich gerade verwechselt und musste mich noch einmal umorientieren 😀 Auch hier wieder derselbe Namensgeber, diesmal allerdings ohne Erfindung von Schuhwerk.

    Klingt so, als hätte euch die Küstenfahrt für den Reinfall in Kalifornien entschädigt 🙂

    Jenni als Meeresorganismus auf dem Pfannkuchenthron, es scheint sich um eioe Meerfrau zu handeln!

    Wieder einmal sehr beeindruckende Landschaft und gelungene Aufnahmen, vielen Dank! 🙂

    Vielleicht liegt es an der Beleuchtung, aber ohne des Rätsels Auflösung hätte ich maximal den Umriss eines Jaguars erkannt, auch wenn es laut “What do you see?” eher ein Hamster sein soll.

    Mit dem Helikopter fliegt man als naturbewusster Gremlin, nee, Fraggle? Auch nicht. Hobbit! Hobbit suchte ich das Wort welches! Als solcher tut man das der Umwelt nicht an, derweil man sich inzwischen ja schon schämen soll, wenn man seine Kinder mit dem Hubschrauber zur Schule bringt.

    Das Foto mit “So sah das hier also vor ein paar Jahren mal aus” ist eine Aufnahme von 1867 … Trotzdem beeindruckend und beängstigend!

    “… empfand ich es wieder mal als beeindruckend und beängstigend zugleich …” *lol* zwei Doofe, ein Gedanke 😀

    Das Foto vom Lake Matheson ist ein wunderbarer Schierlingsbecher, Scharlachbild … Wie heißen diese Bilder noch mal, diese Klecksbilder?! Rorschach-Test! 🙂 Ich erkenne, öh, eine Drachenschnauze von unten gesehen, die Dampfwolken aus den Nüstern bläst!

    Noch mehr hübsche Fotos, Roys Peak (Robert Roy MacGregor, ach was!) zeigt sich von seiner schönsten Seite, trotz stetigem Bergan, Joel hat Hörnchen aufgesetzt. Bei dem Foto von J&J auf dem Peak hoffe ich, dass das Foto euren Rucksack nicht kurz vor dem nächsten Windstoß zeigt, der ihn endgültig bergab wehte 😀

    Freue mich schon auf die Fortsetzung der Reise!

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