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Mordor

Hin und wieder zurück

Man kann nicht einfach nach Mordor hineinspazieren!

Wahrere Worte wurden wohl nie gesprochen. Wir sollten dies am eigenen Leibe zu spüren bekommen. Auf den weisen Rat einer Freundin hin planten wir den 19km langen Fußmarsch für den Tag in der Woche, an dem das beste Wetter angesagt war.

Tongariro Alpine Crossing

Pünktlich wie die Maurer warteten wir am Morgen des 10.01. schon vor der Dämmerung auf unseren Transport zum Startpunkt des Tongariro Alpine Crossing Treks. Desjenigen Pfades, den einst schon Frodo und Sam voller Hoffnung beschritten. Wir freuten uns auf spektakuläre Aussichten, abenteuerliche Aufstiege und malerische Weiten. Der Himmel war zugezogen, doch es regnete nicht, wir starten voller Tatendrang, der Nebel würde sich sicher noch verziehen. Dass es morgens um 7 Uhr noch nebelig ist, war ja nicht weiter verwunderlich.

 

Hier seht ihr das erste und letzte Foto, dass ich an diesem Tag machen sollte. Zum einen lag das daran, dass sich, anders als erhofft, der Nebel nicht weiter verzog. Zum anderen daran, dass es in Strömen regnete und ich Angst hatte die Kamera würde mir aus den Fingern flutschen, wenn ich sie aus der Tasche nehmen würde. Besonders spannend wäre eine graue Nebelwand wohl sowieso nicht gewesen.

Wir wanderten also 19.4 km in einer Rekordzeit von nur knapp 5 Stunden, denn wir mussten wirklich nicht einmal stehen bleiben, um die Aussicht zu bewundern. Es gab einfach keine! Trotzdem war es – abgesehen von dem Mistwetter – eine sehr abenteuerliche Wanderung. Wir bestiegen wohl einen Vulkan, das können wir allerdings nur anhand der farblich veränderten Erde zu unseren Füßen mutmaßen. Das war eine ziemlich rutschige Angelegenheit und zwischendurch waren sich Teile der Besatzung auch nicht sicher, ob sie den Auf- und Abstieg überleben würden. Insbesondere beim Abstieg vermissten wir alle sehnlichst ein Paar Skier, denn die Vulkanerde konnte man doch besser runterrutschen als gehen.

Wir haben wohl ein Paar Krater passiert, im Hintergrund des folgenden könnt ihr sie eventuell erahnen. Auch den Schicksalsberg haben wir hinter uns gelassen. Wir hätten den Ring gerne ins Feuer geworfen, aber wir konnten vor lauter Nebel leider den Weg nicht finden. Sorry!

Nach zwei Stunden war meine Laune am Tiefpunkt. In meinen 230€-teuren Wanderschuhen hatten sich Pfützen gebildet, die Kleidung klebte an der Haut und der Wind blies den Regen peitschenhart ins Gesicht. Es war nass und kalt und ich wollte nur noch nach Hause! Mein dringender Rat: macht diese Wanderung nur bei Kaiserwetter. So hat das wirklich keinen Spaß gemacht.

Wellington

Am 11.01. erreichten wir die beschauliche kleine Hauptstadt des Kiwilandes. Wellington liegt im Süden der Nordinsel und ist der Ausgangspunkt aller Reisen auf die Südinsel. Wir nutzten die Wartezeit bis zum Ablegen, um die Stadt ein wenig zu erkunden.

Die Nacht war kurz und anstrengend. Wir erreichten Picton in den frühen Morgenstunden und machten uns auf in einige weitere großartige Landschaften, Eindrücke und Erlebnisse.

3 Kommentare zu “Mordor

  • Oliver G. 31. August 2019 at 4:53 Antworten

    Mordor, das Highlight der ganzen Hochzeitsreise, und dann ein Nebel des Grauens 🙁 Das tut mich wirklich leid 🙁

    Aber Frodo und Sam hatten ja auch schon gemerkt, dass die Stimmung von dem Herrn in dem Turm mit dem großen Auge (“der große Spanner”) mittels seines Fingerrings je mehr man dran ran kommt desto mehr gedrückt wird. Bevor man sich gegenseitig an die Gurgel geht, fährt man lieber nach Wellington und bummelt durch die schöne Stadt 🙂

    Ist das wohl der selbe Wellington, der die Gummistiefel bekannt hat?

    • Jenni 5. September 2019 at 20:05 Antworten

      Ein Nebel sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden! Schön, dass du uns als treuer Leser erhalten bleibst 🙂
      Mit Gummistiefeln kenne ich mich leider nicht aus. Ich habe seit Jahren keine mehr besessen.

      • Oliver G. 7. September 2019 at 6:21 Antworten

        Dann finden wir es doch einfach heraus 😀

        Wikipedia sagt, die neuseeländische Hauptstadt Wellington wäre benannt nach Arthur Wellesley, dem 1. Herzog von Wellington und Sieger der Schlacht vom Wasserklo.

        Wikipedia sagt, der “Wellington boot” (Wellies) sei getragen und bekannt gemacht durch Arthur Wellesley, dem 1. Herzog von Wellington und Sieger der Schlacht vom Wasserklo.

        Wenn mal das kein Zufall ist 🙂

        Bin zwar skeptisch, ob ich den belgischen Namen Waterloo einfach aus dem Englischen ins Deutsche übersetzen hätte dürfen, doch wenn das Klo unter Wasser steht, dann sind nicht nur in Neuseeland Wellies angesagt 😉

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