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Rotorua

Unterwegs nach Stinkestadt

Wairere Falls

Neuseeland ist nicht umsonst für seine atemberaubend schöne Natur bekannt. Wir kamen auf dem Weg nach Rotorua daher nicht umhin, einen kurzen Zwischenstopp bei den Wairere Falls einzulegen. Dabei handelt es sich um die höchsten Wasserfälle der Nordinsel. Zwar ist das Panorama nicht ganz vergleichbar mit den Iguacu Wasserfällen und die Luftfeuchtigkeit führt dazu, dass sich auch am eigenen Körper kleine Wasserfälle bilden, trotzdem hat sich der Ausflug in jedem Fall gelohnt.

Was uns daran jedoch besonders in Erinnerung bleiben wird, ist der Moment nach unserem Aufbruch, als uns klar wurde, dass der Kofferraum aufgegangen war und unsere Campingutensilien sich auf der Straße verteilt hatten. Nachdem wir unsere leicht lädierten Habseligkeiten wieder eingesammelt und sicher verstaut hatten (diesmal wirklich!), traten wir die restliche Fahrt an. Unser Lager in der Stinkestadt im Herzen der Nordinsel aufzuschlagen, ermöglichte es uns längere Zeit an einem Ort zu verweilen und trotzdem all unsere weiteren Ausflugsziele binnen einer Stunde zu erreichen. Wir erklärten den Zeltplatz am Lake Rotorua somit für eine ganze Woche zu unserem zu Hause.

Smoke on the Water

Nach einem entspannenden Tag am Strand in Tauranga waren wir wieder bereit für etwas Action. Da Rotorua das Zentrum der geothermischen Aktivität in Neuseeland ist, stand der Besuch eines der zahlreichen Geothermieparks auf der Tagesordnung. Wir entschieden uns für das Wai-O-Tapu Thermal Wonderland. Erster Stopp: Lady Knox Geysir. Wir fanden uns gegen 10:00 Uhr mit einer Menge anderer Touristen bei Madame Knox ein, um die Eruption bestaunen zu können. Tatsächlich wird diese künstlich herbeigeführt, was wir alle irgendwie enttäuschend fanden. Dazu wird ein Gemisch aus natürlichen Substanzen in den Schlund des Geysirs geschüttet. Im Anschluss heißt es warten, Lady Knox ist schließlich eine Dame und die brauchen schonmal etwas länger. Wenn leichter Schaum an der Öffnung zu erkennen ist, weiß man jetzt ist es gleich soweit.

Lady Knox Geysir

Nach der Show begaben wir uns in den eigentlichen Geothermiepark. Hier kann man verschiedenen Rundwegen folgen und die Wunder der Natur bestaunen. Temperatur und Luftfeuchtigkeit treiben einem dabei den Schweiß…naja überall hin. Die Dampfschwaden über den mehr oder weniger gefährlichen Tümpeln, Seen und Löchern machen es nicht besser. Wir stellten fest, dass es eine coole Sache ist, eine Sonnenbrille mit farbigen Gläsern dabei zu haben, weil die ohnehin schon unnatürlichen Farben dadurch noch krasser aussehen. Besonders deutlich wird das an einem der Prunkstücke des Parks, dem Champagne Pool.

Mein persönlicher Hit jedoch war ein giftgründer See mit einem PH-Wert von 2, der bei diesen klimatischen Verhältnissen zu einer kleinen Abkühlung einlädt. Wir verfolgten gebannt die todesmutigen Flugkunststücke eines Vogels, der nur wenige Zentimeter über der Oberfläche seine Bahnen zog. Es hätte mich nicht überrascht, wenn ein dreiäugiger Kraken nach ihm geschnappt hätte.

Am frühen Nachmittag verließen wir Wai-O-Tapu und entschieden uns den angebrochenen Tag dazu zu nutzen um die Huka Falls zu besichtigen. Dieser Wasserfall ist klein aber oho. Besonders das wunderschöne Blau des Wassers hat es uns angetan. Hier wäre ich wirklich am liebsten reingesprungen, konnte mich im letzten Moment aber noch daran erinnern, dass man in der Nähe von Wasserfällen besser nicht schwimmen geht.

Wir ziehen in ein Abenteuer…

Hobbingen. Meine Heimat. Endlich. Während wir uns auf der Fahrt nach Matamata mit ein wenig “In Dreams” in Stimmung brachten, wuchs die Vorfreude ins Unermessliche. Endlich würden wir einen Ort besuchen an dem alles für Menschen in meiner Größe gebaut wurde. Wo ich an jeden Schrank drankommen würde. In meinem Kopf lief in Dauerschleife eine Kombination aus “Die Straße gleitet fort und fort, weg von der Tür wo sie begann”, “Auenland, Beutlin” und eben schon angesprochenem “In Dreams”.

Die Tour durch Hobbingen startet mit einer kurzen Busfahrt, die einen zum Set bringt. Dann steigt man aus und steht auf einmal vor einer Hobbithöhle. Und macht 1000000 Fotos. Auf der Tour erzählte uns unser Guide einiges über die Dreharbeiten und die Mittel und Wege, die gefunden wurden, um verschiedene Effekte zu erzielen. So wurden zum Beispiel Hobbithöhlen in unterschiedlicher Größe gebaut. Während Gandalf also immer vor kleinen Türen gefilmt wurde, um ihn besonders groß aussehen zu lassen, wurden die Hobbits immer vor der großen Türen gefilmt, damit sie winzig erscheinen. So kommt es, dass einem auf dem Weg durch mein neues zu Hause Höhlen in drei unterschiedlichen Größen begegnen.

Die Straße gleitet fort und fort, weg von der Tür wo sie begann.
Sams Haus
When the trees and mountains fall and we come to end of days, in the dark I hear a call calling me there I will go there.
Es ist eine gefährliche Sache aus deiner Tür hinauszugehen. Du betrittst die Straße und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen wohin sie dich tragen.

Der letzte Stopp ist schließlich der grüne Drache, wo man bei einem kühlen Cider noch einmal die Aussicht und Atmosphäre verinnerlichen kann.

MacLaren Falls

Auch an diesem Tag hatten wir den Nachmittag zur freien Verfügung und entschieden uns der Empfehlung einer guten Freundin von mir (liebe Grüße an Anna) nachzukommen. Die MacLaren Falls im Osten der Nordinsel liegen nicht allzu weit von Matamata entfernt und bieten gleich mehrere Highlights. Während wir den warmen Nachmittag an den Wasserfällen verbrachten, nutzten wir den Abend oder vielmehr den Einbruch der Nacht um im Park Glühwürmchen anzuschauen. Hier gibt es nämlich ein Flussbett, das sich in der Dunkelheit in ein wahres Leuchtspektakel verwandelt. Ein Anblick, den ich sicherlich niemals vergessen werde. Im Licht sind Glühwürmchen übrigens ziemlich eklig.

Wer nicht hören will, muss fühlen

Ein weiterer Programmpunkt für unsere Zeit in Rotorua war eine Wildwasser-Raftingtour, die wir Lena zum Geburtstag geschenkt hatten. Joel hatte sich für eine Stufe-5-Tour entschieden – also das Maximum, alles was geht. Highlight besagter Tour ist ein 7m hoher Wasserfall – der höchste Wasserfall, der weltweit mit einem Raft befahren werden darf. Wie hätte es anders sein können, Joel hat dabei nicht das Kinn an die Brust gezogen und musste im Anschluss an die Tour zum Zahnarzt, weil er sich auf die Zähne gebissen hatte. Bis dahin war es aber wirklich super!

 

 

 

3 Kommentare zu “Rotorua

  • Oliver G. 10. März 2019 at 17:37 Antworten

    Hallo ihr zwei Weltverbesserer,

    zumindest ist Sonntag, das Wochenende war so la la, das Wetter hier ist bescheiden, doch euer Post verbessert meine kleine Welt mal wieder ungemein 🙂

    Der kleine Wasserfall ist zwar nicht Iguacu, beeindruckt aber dadurch, dass er die Natur drumherum nicht erschlägt und viel besser in die Landschaft passt, als so eine Sturzdusche mit nichts als Wasser, Wasser, Wasser. Also wie ein schöner Frühlingsregen, nicht so doofes Sturm-und-Schauerwetter, wie gerade draußen. Weg mit dem Wetterthema! 🙂

    Auf dem Bild mit den schönen grünen Steinen, ungefähr 25% von links und 40% von oben: Ist das ein Tier, das einen da anguckt?! Ein Seltsames Mittelerdewesen, Erdmännchen-Art, langgezogene Schnauze, große Augen, kleine Ohren, das auf den Hinterläufen sitzt und seinen Kopf zur Kamera dreht?

    Man schüttet einer alten Frau Corega-Tabs in den Schlund und wartet, bis sie Schaum vor dem Mund hat und sich anschließend erbricht?! Ganz schön raue Sitten da!

    Mangels Beschreibung wird nicht klar, ob es sich bei dem mit seinen krassen Farben betonten Champagner-Pool um den im folgenden Bild dargestellten, relativ farblosen Matschetümpel handelt … Habt ihr zumindest versucht, durch die Sonnenbrillen hindurch ein Foto zu machen?

    Ah, jetzt kommt das Bild vom Champagner-Pool! 😀 Je bunter die Brühe, desto giftiger ist das Zeugs meistens.

    Der giftgrüne See ist nur dann beeindruckend, wenn man das Aquarium im Kreishaus nicht gesehen hat.

    PH-Wert 2 ist irgendwo zwischen Magensäure und Zitronensaft. Da wird der tollkühne Flieger wohl nach einem sauren Hering Ausschau gehalten haben 😀

    Jenni und Joel vor dem giftgrünen See hat ja den See selbst nicht unbedingt als dominierendes Bildelement, hat ja eher die Farbe von Rahmspinat. Jennis Frisur und Zunge haben irgendwie einen Schlaganfall erlitten, Joel übt immer noch sein Kameralächeln, hat einen Fisch auf den Handrücken tätowiert und ein seltsames Ding mit Saugnäpfen in der Hand.

    Richtig, vor Wasserfällen soll man nicht schwimmen gehen, denn hinter Wasserfällen sind meistens Höhlen, da kommen die bösen Zwerge raus und verschleppen einen. Oder war das Gollum?! Irgendwas war da mit einem Wasserfall. Oder Tümpel. Wasser war zumindest im Spiel.

    Bisher wurde mehrfach Rotorua als Stinkestadt verunglimpft, wie riecht es denn nun dort? Ist es wirklich so schlimm, wie man sagt?

    Wenn ich euch so in der Türrundung stehen sehe, dann kann ich verstehen, warum Jenni so gute Laune hat. Für mich wäre das aber nichts, wenn ich mich da in meinem Alter so in den Türrahmen schmiegen müsste, wie Joel, ich würde im Leben nicht meinen Rücken wieder durchstrecken können!

    Joel als Schmied überlegt noch, wir herum er den Lederlatz anlegen muss, während das Pferd mit seinen beiden noch beschuhten Beinen schon längst das Weite gesucht hat.

    Was trinkt man denn so im grünen Widder aus den adrett getöpferten Krügen?

    Noch ein Wasserfall! Das Land der Wasserfälle.

    Und ein Sternenhimmel, hmm, nein, Crux australis kann ich irgendwie nicht erkennen. Ist doch wirklich unscheinbarer als man gemeinhin so glaubt 😉

    Wie hat man sich das mit dem (noch einer!) Wasserfall vorzustellen? Seid ihr da 7 Meter mit dem Gummiboot runter gefallen?

    Zähne sind hoffentlich wieder alle angeschraubt 😉

    • Oliver G. 11. März 2019 at 13:19 Antworten

      Ah, ein bewegliches GIF, dann kann ich mir auch vorstellen, wie ihr die 7 Meter abgegangen seid 😀

  • Christian J. 12. März 2019 at 16:11 Antworten

    Schöner Beitrag 🙂 – aber das Highlight ist Joels Grazilität bei seinem Sprung auf dem letzten Foto… mir fehlen die Worte!

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