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(S)Hits Vol.5

This post is part of a series called (S)Hits
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In diesem Beitrag geht es um die guten/schlechten Dinge, die mir aus unserer Zeit in Südamerika besonders in Erinnerung geblieben sind. Aber keine Sorge, da das Thema “Krankheiten” bereits einen eigenen Artikel erhalten hat, bleibt es diesmal außen vor.

Shits

1. Straßenverkehr

Als wir in Lima das erste Mal in einem Taxi saßen und nach zwei Minuten aus einer zweispurigen Straße eine dreispurige gemacht wurde, war uns definitiv klar, dass keiner von uns in Südamerika als Fahrer am Straßenverkehr teilnehmen wird. Bestätigt wurde das noch einmal, als unser Fahrer von der ganz linken der 2-3 Spuren rechts in die nächste Straße einbog  und dazu selbstverständlich zwei andere Autos schneiden musste.

Zumindest als Fußgänger wollten wir uns aber aktiv am Straßenverkehr beteiligen und als ich in der Nähe unseres Hotels einige Ampeln sah, die sogar eine Zeitangabe hatten wie lange rot/grün ist, dachte ich, dass das zumindest kein großes Problem ist. Diese naive Vorstellung hielt sich genau bis zu ersten Kreuzung, als wir gerade nachdem es grün geworden war, loslaufen wollten und uns fast ein Bus überfahren hätte. Die Autofahrer halten zwar bei rot, aber erst wenn es auch schon mindestens drei Sekunden rot ist. Genauso fahren sie aber auch schon 3 Sekunden bevor es grün wird wieder los, sodass sich für uns als Fußgänger eine 3-3-Sekunden-Regel beim Überqueren einer Straße als sehr nützlich erwiesen hat.

Es gibt natürlich noch eine Menge, über die ich mich hier außerdem aufregen könnte (wahnsinnige TukTuks, hupen statt blinken, hupen statt bremsen, hupen um des Hupens-willen), aber (SPOILER!) es ist immer noch geregelter als in Südostasien.

2. Groß sein

Normalerweise sehe ich es als Vorteil an, dass ich mit ca. 1,88m relativ groß bin. In Ländern, in denen meine Frau aber genauso groß ist wie der durchschnittliche Mann, kann es da aber schon mal ein paar Nachteile geben.

In Huaraz hatten wir die Begegnung mit einem Hauseingang, durch den sogar Jenni nicht aufrecht durchgehen konnte. Das war natürlich ein Extremfall, aber bei vielen Türen oder Treppenhäusern musste ich trotzdem gut auf meinen Kopf aufpassen. Ähnlich angenehm war für mich ein öffentlicher Bus in Lima, in dem ich gut hätte sitzen können, wenn ich meinen Oberschenkel um die Hälfte gekürzt hätte.

Gekrönt wurde das ganze, als ich in La Paz neue Schuhe kaufen wollte und die Verkäuferin nur breit gegrinst hat, als ich sie nach Schuhgröße 44 gefragt habe.

3. Unsoziale Hostelgäste

In Südamerika haben wir hin und wieder in Mehrbettzimmern in Hostels geschlafen. In den meisten Fällen war das auch sehr nett, (so haben wir schließlich auch Andrea und Patrick kennen gelernt), allerdings gab es ab und zu wieder einige Gestalten, die scheinbar kein soziales Empfinden haben.

Es kann natürlich sein, dass man mitten in der Nacht einen Wecker stellen muss, um eine Tour anzutreten oder zum Flughafen zu kommen und ich denke jeder Gast hat dafür Verständnis, allerdings habe ich kein Verständnis dafür, wenn derjenige dann mehrere Male seine Schlummerfunktion benutzt und alle anderen ebenfalls mehrere Male weckt. Genauso wenig Verständnis habe ich dafür, dass manche auch mitten in der Nacht an ihr Handy gehen und erstmal lautstark ein Telefonat führen.

4. Menschen, die nicht in Menükarten gucken

Wenn ich essen gehe, erwarte ich gutes Essen und einen angenehmen Service. Dazu zählt, dass die Mitarbeiter wissen, was im Restaurant angeboten wird, aber ich erwarte nicht, dass mir jedes Gericht auf der Karte genannt wird, denn ich kann ja schließlich lesen.

Für manche Menschen scheint essen gehen aber zu bedeuten, dass man alle eigenen Fähigkeiten (außer atmen, essen und trinken) am Eingang abgibt und der Rest vom Service übernommen wird. Daher fragt man zuerst nach, ob das eigene Lieblingsgericht nicht zufällig auf der Karte steht, anschließend lässt man sich die Karte vorlesen und gibt am Ende kein Trinkgeld.

5. Menschen, die an Gepäckbändern stehen und durchdrehen, sobald sie ihren Koffer sehen

Ein interessantes Phänomen, das scheinbar viele Reisende betrifft, kommt bei der Gepäckausgabe an Flughäfen zum Vorschein. Sobald einige ihr Gepäck auf dem Band sehen, haben sie entweder sehr große Wiedersehensfreude oder Angst, dass der Flughafen Miete für die Nutzung des Gepäckbandes anhand der “gefahrenen” Meter berechnet, sodass sie ohne Rücksicht auf andere Wartende dem Gepäckstück entgegenlaufen und dabei den einen oder anderen anrempeln.

Man könnte sich auch einfach an den Anfang des Bands stellen, aber dann verpasst man ja die Chance anderen Leuten auf den Sack zu gehen. So zumindest erklärt ich mir auch Punkt 3 und 4.

Hits

1. “Llama” statt “Llama”

In Lima steht ein Denkmal für San Martin, einen der Unabhängigkeitshelden Südamerikas. Teil dieses Denkmals ist auch die “Madre Patria”, die Mutter Perus. Beim Bau des Denkmals wurde den ausführenden Kräften gesagt, dass diese eine Flamme (spanisch “llama”) auf dem Kopf haben sollte. Allerdings heißt “llama” auch Lama, sodass die Figur nun ein kleines Lama auf dem Kopf trägt.

Wahre Kunst!

2. Brunnen voller Schnaps

Am zentralen Plaza de Armas in Lima steht ein Brunnen, der am Nationalfeiertag mit dem Nationalschnaps “Pisco” statt Wasser gefüllt wird. Sobald man sich einen Becher besorgt hat, kann man sich also anschließend volllaufen lassen.

3. Kaffeepause im Gottesdienst

Während unserer Zeit in La Plata waren wir mit Marisa und David in einem Gottesdienst. Dort gibt es vor der Predigt eine kleine Pause, in dem sich alle Besucher mit Kaffee/Tee/Mate und Gebäck versorgen können. Ich denke das würde auch die Aufmerksamkeit einiger Leute in Deutschland erhöhen.

4. Erdbeben (Stufe 4) in Cusco überlebt

 

5. Mit einem Flugzeug geflogen, mit dem schon der Papst geflogen ist

5 Kommentare zu “(S)Hits Vol.5

  • Heike 28. Februar 2019 at 13:51 Antworten

    🙂 Dein Versuch Schuhe zu kaufen 🙂

  • Oliver G. 28. Februar 2019 at 19:43 Antworten

    Oh, endlich einmal wieder ein (S)Hits! 🙂

    Und ohne Krankheiten und Körperfunktionen soll es werden, bin schon sehr gespannt!

    Wenn die einfach mit ihren Autos über mehrere Spuren ziehen, ohne sich gegenseitig in den Verquer zu kommen, dann sind die Peruaner zumindest gute Mathematiker: Sekanten fahren kann jeder, Tangenten sind die Kunst 😀

    Was das Ampelrot angeht, wisst ihr aber schon, dass die Polarisation des Lichts drei Sekunden vorher bzw. nacher umspringt, das sogenannte “Vorgelb” bzw. “Nachrot”? Darum haben die Windschutzscheiben der Autos da alle eine Polarisationsfolie eingeklebt. Als Fußgänger braucht man halt eine passende rosa Brille 😎

    Ansonsten klingt es vergleichbar mit Rom: Entgegen der Wahrscheinlichkeit passiert relativ wenig.

    Andere Länder, andere Schuhgrößen. 44 peruanisch wäre dann vermutlich auch nur 40 europäisch gewesen, du hättest mindestens 50 benötigt. Hoffentlich hast du in Argentinien Schuhe bekommen, die sind durchschnittsgrößer.

    Sitzen in öffenntlichen Verkehrsmitteln kann man sich hier auch knicken, der Trend geht zum Zwergenstaat. Apropos, eigentlich hätte dir gefallen müssen, dich hinter deiner Frau her zu bücken: ein bisschen wie Gandalf, der majestätisch hinter Bilbo ins Auenlandhaus einschwebt

    Verstehe ich auch nicht, warum die Leute sich nicht einfach vom Vibrationsalarm wecken lassen: Beim Zubettgehen Handy zwischen die Backen klemmen und gut ist. Dann gibt es Nachts maximal ein spitzes “Huch”, aber das stört ja keinen.

    Die Alphabetisierungsrate in Peru liegt bei 94,5%, und die nicht lesen könnenden Südamerikaner gehen wohl auch nicht ins Restaurant, das wird es also nicht sein. Vielleicht ist es ein kultureller Unterschied: Statt des Auges isst das Ohr mit?!

    Bei den Gepäckbändern, da fällt mir nur Heathrow ein:

    https://www.youtube.com/watch?v=j0e10baH6cE

    😉

    Se llama Joel, das Lama nennt sich Joel, Mutter Heimat mit dem Lama ist cool, kannte ich noch nicht, erinnert aber an den anderen Klassiker, warum Moses nämlich mit Hörnern dargestellt wird 🙂

    Der Pisco im Brunnen ist vielleicht auch gesünder, als das Brunnenwasser an sich … Es sollen sich schon Leute Amöben und Diphterie und so … >;->

    Kaffeepause in der Messe ist ja nett, aber mal vorsichtig gefragt: Wie lang dauern die Messen denn da? Wenn das so ein mehrstündiges Hochamt ist, dann kann man schon eine Pause brauchen. In Deutschland sind die Messen ja so eingekürzt, dass sie zwischen zwei “Ich muss jetzt unbedingt die Nachrichten auf meinem Handy checken”-Zyklen passen.

    Dass ihr Stufe 4 überstanden habt, freut mich auch sehr, wird also der Lieblingshit 🙂 Laut Wikipedia ist 4 eine mäßige Brise … ?

    Wie macht sich denn euer Hit #5 bemerkbar?! Gibt es da an einem der Sitzplätze eine kleine Plakette mit: “Hier sat the Pope”?, wie in manchen Cafés ja schon mal berühmte Leute gesessen haben? Und welcher Papst?! JP2 hält immer noch den Flugrekord, meine ich, muss ja nicht F1 sein, nur weil es Südamerika ist.

    Vielen Dank für das wieder einmal gelungende (S)Hits! 🙂

    • Joel 3. März 2019 at 5:18 Antworten

      In Argentinien gab es glücklicherweise die passende Schuhgröße.

      Für Gandalf fehlt mir aber noch der Stock, der Hut und einiges vom Bart. Und natürlich weiße Haare. War vom Gefühl also eher Gulliver.

      Im Restaurant waren es natürlich Toueisten. Die Info hätte ich noch ergänzen sollen.

      So lang war der Gottesdienst nicht. Mit Pause schätze ich so auf 75-90 Minuten.

      Stufe 4 war tatsächlich nicht so heftig, aber immerhin wurden wir um 5 Uhr morgens dadurch wach. Wir waren erst nicht sicher, ob nicht einfach ein dicker LKW am Haus vorbei gefahren ist und deshalb alles gewackelt hat.

      Es war Papst F1 und es hat sich bemerkbar gemacht, weil im Eingangsbereich eine eingerahmte Urkunde mit Bild hing. Den genauen Sitzplatz konnte man leider nicht herausfinden.

  • Anonymous 1. März 2019 at 21:26 Antworten

    Oh cool, den Hits Punkt 2 holen wir dann hier nach 😉

  • Unser Weltreisli 11. März 2019 at 4:35 Antworten

    Toller Beitrag Joel, und wir können stark mitfühlen ☺️ Wir sind immer noch sehr happy darüber, dass sie uns in Lima ins gleiche Zimmer gesteckt haben 🤗 Das Käsefondue rückt näher… 🧀🥰😉👋🏼

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