fuq.ink

Coromandel

Coromandel

Es gibt wohl keinen besseren Start in ein neues Jahr als einen Roadtrip durch Neuseeland. Deshalb wurde unser Auto am Morgen des 01.01.2019 in Auckland bepackt und wir machten uns auf die Nordinsel zu erkunden. Ziel war der Broken Hill Campingplatz auf der Coromandel Halbinsel. Wir empfehlen allen Neuseeland-Campingurlaubern an dieser Stelle die App Campermate. Diese ermöglicht es sich über Standort, Ausstattung und Verfügbarkeit der neuseeländischen Campingplätze zu informieren.

Am Broken Hill Campingplatz bauten wir das erste Mal unsere Zelte auf. Diese würden in den nächsten vier Wochen einem zu Hause am nächsten kommen. Nach einigem Hin- und Herschiebe schafften wir es schließlich auch unsere Luftmatratzen im Zelt aufzupumpen. Schon an diesem Punkt konnten wir sagen, dass das Ganze ein 10x luxuriöseres Camping werden würde als unser Auto-Campingabenteuer in den USA.

Hot Water Beach

Wir werden in den kommenden Beiträgen noch einiges zum Thema “geothermische Aktivität” zeigen, da Neuseeland unter anderem durch diese Besonderheit auszeichnet. Einer der coolsten Nebeneffekte ist, dass man quasi überall auf heiße Quellen trifft. Therme war gestern. Hier fährt man einfach zum Strand, buddelt sich ein Loch und setzt sich in den Sand. Kein Scherz. Am Hot Water Beach auf der Cordmandel-Halbinsel tummeln sich bei Ebbe Einheimische wie Touristen, um sich die unter dem Strand fließenden heißen Gewässer zu Nutze zu machen.

Wir waren da natürlich keine Ausnahme. Die Enttäuschung war jedoch groß, als wir unsere Füße in eine vorgebuddelte Grube tauchten. Das Wasser hatte nicht mal annähernd Badewannentemperatur. Dafür waren wir extra hierher gefahren? Das war ja wohl ein Scherz. Wagte man dann jedoch einen Blick entlang der Küste, konnte man leichte Dunstschwaden erahnen. Was kann das sein? Wir folgten dem Dampf und drängelten uns zwischen die zahlreichen Schlammbadenden. Und zack, erstmal die Füße verbrannt. Das Wasser ist hier an manchen Stellen so heiß, dass man wirklich aufpassen muss.

Wir verloren keine Zeit. Jeder von uns schnappte sich eine Schaufel, die die freundlichen Kiwis uns zur Verfügung stellten und wir buddelten los. Es erfordert strategisches Denken die Gruben so zu bauen, dass man dann tatsächlich darin sitzen kann. Aus den oberen Gruben läuft nämlich heißes Wasser nach. Davor muss man sich selbstverständlich schützen, wenn man sich nicht verbrennen will. Vor den Füßen werden nach und nach immer stärkere Wellen herangespült, die den Sinn des ganzen untergraben. Das Meerwasser ist nämlich kalt. Folglich muss man sich in alle Richtungen durch eine Sandmauer schützen. Und die muss schnell genug errichtet sein, denn sonst spült das Meerwasser einfach alles wieder weg.

Wir buddelten und gruben, befestigten und installierten und schließlich war unsere Grube fertig. Leider stellten wir dann fest, dass man sich unmöglich hineinsetzen konnte, es war einfach viel zu heiß. Zu allem Überfluss (Achtung, Wortspiel!) wurden unsere mühsam errichteten Sandwände dann schließlich durch eine besonders heimtückische Welle überflutet. Die ganze Arbeit für die Katz’. Resignierend setzten wir uns also einfach auf den Boden – und stellten fest, dass das perfekt war, weil man so die perfekte Mischung aus heißem Quellwasser und kaltem Meerwasser erreicht.

Cathedral Cove

Da man sich bekannterweise in Thermalbädern nicht länger als 20 Minuten aufhalten sollte, verließen wir das Spa schließlich wieder. Unser Tagesprogramm hielt noch ein weiteres Highlight für uns bereit: Cathedral Cove. Der Hahei Beach, von welchem die Cathedral Cove eine etwa einstündige Wanderung entfernt liegt, befindet sich eine 10-minütige Autofahrt vom Hot Water Beach entfernt. Beides lässt sich also perfekt miteinander verbinden. Wir ließen den Hahei Beach wortwörtlich links liegen und machten uns sofort auf die Socken.

Der Weg führt erstmal ein ganzes Stückchen bergauf. In der Mittagshitze ist das nicht besonders angenehm, aber glaubt mir – es lohnt sich! Oben angekommen gibt es dann einen eigens angelegten Wanderweg, der durch dschungelartige Wälder führt. Unterwegs bieten sich einem wunderschöne Aussichten auf Küste und Natur.

Nach etwa einer Stunde erreichten wir endlich das Ende des Weges. Die Erlösung! Endlich ins kalte Nass springen. Aber das war nicht das Spektakuläre. Ich übertreibe wohl nicht, wenn ich sage, dass diese Bucht einen der schönsten Strände bietet, die wir je gesehen haben. Joel bezeichnet diesen Ort auch als eines seiner Neuseeland-Highlights. Leider, wie alle schönen Plätze heutzutage, ist es auch hier natürlich ziemlich voll. Trotzdem lädt der Strand zum verweilen ein. Das türkisblaue, klare Wasser sorgt für Karibikflair.

Cathedral Cove

Am nächsten Morgen bauten wir unsere Zelte dann zum ersten Mal wieder ab. Das ging sogar schneller als gedacht. Das größte Problem war es, alle Sachen wieder in das Auto zu bekommen. Neben Schach könnte man meinen, dass Max und Joel auch Tetris für sich wiederentdeckt hätten. Nachdem jede Lücke platzfüllend genutzt worden war, machten wir uns auf den Weg gen Süden.

 

3 Kommentare zu “Coromandel

  • Oliver G. 13. Februar 2019 at 15:28 Antworten

    Liebe Jenni, lieber Joel,

    nun lernen wir mit euch also das schöne Neuseeland kennen 🙂

    Coromandel sagte mir gar nichts, hat auch wohl nichts mit Coco Chanel Beach zu tun, wenn ich das richtig erkenne.

    Auf meinem Globus ist zwar die Bay of Plenty benannt, nicht jedoch Coromandel, bei Gelegenheit brauche ich also doch einen größeren Globus 😀

    Bei geothermischer Aktivität am pazifischen Feuerring bin ich natürlich gespannt, was ihr da noch alles erlebt habt! Vielleicht habt ihr ja den Lavastrom in Mordor gefunden und (aus Versehen natürlich) einen Ehering reinfallen lassen 😉

    “Broken Hill” hatte bisher nur mit Australien und den Flying Doctors in Verbindung gebracht, aber schön, dass auch in Neuseeland die Hügel kaputt sind!

    Cathedral Cove! Kein Wunder, dass ich keine kathedralengleiche Höhle finde, Cove heißt ja Bucht, nicht Höhle. Da hatte ich wieder zu schnell gelesen 🙂

    Von euren Thermalbädern habt ihr keine Fotos geliefert, das war schlau, denn so kann sich die Fantasie frei entwickeln! Ich stelle mir aufgrund der lebendigen Schilderung des Geschehens eine Mischung aus einem Teil Erdmännchen, einem Teil Pinguinen und einem Teil Loriots Badewanne vor, dazu eine Prise vom nussjagenden Eichhörnchen aus Ice Age 😀

    Wieder mal sehr hübsche Bilder, wobei ich bei dem einen echt überlegen musste, was Joel sich da für eine komische Kamera unter den Arm geklemmt hat 🙂

    Wenn ihr die Sachen aus dem Auto gepackt und dann wieder ins Auto gepackt bekommen habt, dann habt ihr irgendwas am Strand liegen lassen. Das ist so meine Tetris-Erfahrung 😉

    • Jenni 13. Februar 2019 at 15:49 Antworten

      Zum Thema Lavastrom in Mordor kann ich nur sagen: wenn‘s nur so wäre! Aber mehr verrate ich noch nicht!

      Deine Vorstellung ist besser als jedes Bild, das wir hätten machen können. Wir waren auch zu sehr beschäftigt, um Fotos machen zu können.

      Hm, bisher vermissen wir nichts aber unmöglich ist es natürlich nicht 😃

    • Joel 13. Februar 2019 at 16:12 Antworten

      Das Problem mit “cove” und “cave” ist uns aber zwischendurch auch begegnet. Dieses Englisch kann schon ziemlich verwirrend sein.

      Wir haben tatsächlich nichts am Strand liegen lassen und gefühlt wurde das Packen des Autos von Mal zu Mal trotzdem einfacher.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.