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Shits – Im wahrsten Sinne des Wortes

This post is part of a series called (S)Hits
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Ihr habt euch bestimmt schon gefragt, warum in den letzten Wochen nicht so viel auf diesem Blog passiert ist. Der Grund ist ganz einfach, wir waren ziemlich häufig krank und haben nicht besonders viel erlebt. Trotzdem wird Jenni bestimmt noch Beiträge zu den einzelnen Städten schreiben.

Spoiler: Es geht viel um das Thema, über das niemand reden will, nämlich Durchfall. Da wir aber ganz authentisch bleiben wollen, kommen wir daran leider nicht vorbei. Aber fangen wir der Reihe nach an:

Von Ica sind wir nach Arequipa, der wahrscheinlich schönsten Stadt Perus gefahren. Ab dem zweiten Tag hatte ich dann drei oder vier Tage lang Durchfall (vermutlich ausgelöst durch gefiltertes Leitungswasser), sodass ich nicht besonders viel von der Stadt gesehen habe und Jenni einiges alleine machen musste. Natürlich bin ich auch nicht zum Arzt gegangen.

Von Arequipa ging es mit dem Nachtbus nach Cusco, wo es mir dann wieder besser ging, aber Jenni glücklicherweise Durchfall hatte. Da sie schlauer ist als ich, ist sie dann nach zwei Tagen auch zum Arzt gegangen. Zufälligerweise hatten wir im Internet Frau Dr. Menke, eine deutsche Ärztin, gefunden, die uns auch sehr geholfen hat (Herzlichen Dank nochmal an dieser Stelle). Nach einigen Untersuchungen stellte sich heraus, dass Jenni mehr oder weniger den Jackpot geknackt hat, da sie sich eine Dreifach-Infektion eingefangen hatte.
Dreifach heißt in dem Fall:
1. Typhus
2. bakterielle Infektion
3. Amöben

Gegen Typhus waren wir eigentlich geimpft, aber laut Frau Menke ist es bei Typhus so wie bei der Grippe. Man impft sich gegen einen Stamm, aber gerade in Peru und Bolivien existieren die ganzen Stämme, gegen die man nicht geimpft ist. Zur Behandlung musste Jenni zwei Tage lang im Krankenhaus bleiben und ich durfte ebenfalls bleiben, obwohl ich mehr oder weniger gesund war (Ich hatte leichte Anzeichen von Typhus und einer bakteriellen Infektion, aber nichts, was irgendeine Behandlung erfordert hätte). Den Krankenhausaufenthalt hat glücklicherweise direkt unsere Versicherung übernommen, sodass wir da nichts vorstrecken mussten. Unsere Schweizer Freunde kamen übrigens einen Tag später mit ähnlichen Symptomen auch in das gleiche Krankenhaus.

Einen Tag nachdem wir aus dem Krankenhaus raus waren, ging es Jenni allerdings noch nicht 100%ig gut, sodass sie nochmal für eine Untersuchung zurückgekehrt ist. Die Parasiten mochten sie scheinbar so gerne, dass sie trotz der Medikamente immer noch bei ihr geblieben sind. Diesmal war aber keine stationäre Behandlung erforderlich, sodass wir immerhin in einem Hostel bleiben konnten.

In den letzten Tagen in Cusco ging es uns beiden dann eigentlich wieder gut, sodass wir hoffnungsvoll mit dem Bus nach Bolivien gefahren sind. Nach einem eintägigen Zwischenstopp in Copacabana am Titicacasee kamen wir dann in La Paz, der größten Stadt Boliviens an. Dort wollten wir eigentlich nur drei Tage bleiben, aber wieder meinte es unsere Gesundheit nicht so gut mit uns.

Zunächst bekam ich grippeartige Symptome und besuchte die Clinica Alemana, in der leider trotz des Names kein deutscher Arzt arbeitet. Meine Krankheit stellte sich als eine bakterielle Halsentzündung heraus. Zwei Tage später ging es mir wieder gut und wir waren zum dritten Mal im selben Restaurant essen, als ich plötzlich mal wieder Durchfall hatte. Noch besser wurde es in der Nacht bzw. um fünf Uhr morgens, als Jenni aufgrund von starken Magenkrämpfen fast ohnmächtig wurde und ich kurz davor war einen Krankenwagen zu rufen. Wir haben es dann doch mit dem Taxi zur Clinica Alemana geschafft, Jenni erhielt Schmerzmittel und wurde getestet und auch ich entschloss mich sicherheitshalber zu einem Test.
Das Resultat: Jenni war eigentlich gesund, aber ich hatte diesmal einen Parasiten. Das hieß 3 Tage Medikamente für mich.

Da es mir am dritten Tag wieder gut ging, fuhren wir mit dem Bus nach Uyuni, um von dort eine 3-Tage-2-Nächte-Tour durch die Salzwüste zu machen und in San Pedro de Atacama in Chile anzukommen. Die ersten zwei Tage und die erste Nacht waren auch echt gut. Wir waren mit vier anderen unterwegs, die alle sehr nett waren. Die zweite Nacht verbrachten wir in einer Unterkunft, die sehr “basic” war. Es gab nachts keinen Strom und es war ziemlich kalt. Außerdem waren wir noch 4 Stunden von der chilenischen Grenze bzw. 6 Stunden von Uyuni entfernt. Das war also genau der richtige Ort um nachts aufzuwachen, sich mehrere Male übergeben zu müssen und irgendwann auch noch Durchfall zu bekommen. Und genau das ist mir dann auch passiert. Nebenbei wäre ich fast noch auf der Toilette erfroren.

Eigentlich sollten wir um 4:30 Uhr weiterfahren, aber mir ging es immer noch unfassbar schlecht, sodass Jenni unserem Guide Mike erklären musste, dass wir nicht weiterfahren können und einen Arzt brauchen. Mike meinte, dass er schnell fahren kann und wir in 3 Stunden an der Grenze sein könnten (die anderen hätten dann auf die ganzen geplanten Stopps verzichten müssen), aber das hätte ich sicher nicht geschafft. Die einzige andere Lösung war, dass ein Krankenwagen 6 Stunden aus Uyuni kommt und uns wieder dorthin zurückbringt (Ein chilenischer Arzt war wohl nicht möglich, da die chilenisch-bolivianische Zusammenarbeit offenbar nicht so gut ist). Für den Transport mussten wir dann auch mal eben 500€ bezahlen.

In Uyuni angekommen wurden wir beide dann nochmal getestet, und es stellte sich heraus, dass ich eine schwere und Jenni eine leichte Salmonellenvergiftung hat. Für die Behandlung konnten wir dann auch nochmal 600€ vorstrecken.

Aktuell sitzen wir also in Uyuni, der vermutlich hässlichsten Stadt, die wir je gesehen haben und hoffen darauf, dass unsere Versicherung den Transport und die Behandlungskosten übernimmt.

Nebenbei mussten wir auch noch einen Flug canceln, und kriegen von Opodo sensationelle 50€ von 340€ zurück. Falls ihr überlegt einen Flug zu buchen, macht es bitte nicht mit Opodo.

Wir haben also seit etwa 4 Wochen abgesehen von Machu Picchu nichts besonders tolles mehr erlebt. Wir haben keine Ahnung warum wir immer wieder krank werden, da wir nicht in den ekelhaftesten Restaurants essen gehen und es viele Reisende gibt, die scheinbar gar keine Probleme haben. Es ist ziemlich frustrierend und macht gerade ungefähr gar keinen Spaß.

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8 Kommentare zu “Shits – Im wahrsten Sinne des Wortes

  • Oliver G. 29. November 2018 at 19:58 Antworten

    Scheiße. Braucht man nicht drumherum zu reden 🙁 Das ist ja noch heftiger, also das “Preview” erahnen ließ!

    Das knüllige amerikanische Toilettenpapier hat euch verweichlicht, eure natürlichen Abwehrkräfte völlig in die Ecke geschaukelt.

    Ihr habt mein volles Mitgefühl und meine besten Genesungswünsche!

    • Jenni 1. Dezember 2018 at 19:41 Antworten

      Halloooo und danke 🙂 uns geht es schon besser. Aber wir wollen den Tag nicht vor dem Abend loben, ich kann schon nicht mehr zählen wie oft ich das in den letzten Wochen gesagt habe.

      Ich glaube irgendwie nicht, dass das Immunsystem so von unten nach oben beeinflusst wird 😀 aber wir behalten das mal im Hinterkopf und schlagen bei der nächsten Untersuchung eine Immunaufbau vor.

  • Anonymous 30. November 2018 at 17:20 Antworten

    Oh Mann……………das hört sich ja mal Mega Scheisse an.
    Denke aber schon das ihr die Kohle zurückbekommt dafür ist man ja schließlich versichert …………………die Frage ist nur WANN und natürlich habt ihr im Moment nichts davon.
    Aber wenn man einmal die Serie hat……..
    Also ich würde, da es ja dort nichts tolles zu sehen gibt und die negativ Erlebnisse überwiegen, schauen sobald es euch besser geht das ihr da wegkommt.
    Ein wenig mehr Normalität ( europäischer Art ) und ihr könnt wieder, voller Tatendrang,
    weiter eure Träume verwirkliche.
    Wenn dann die Rückerstattung kommt ist alles wieder gut.

    IN DIESEM SINNE WERDET SCHNELL WIEDER GESUND !!!!!

    Das ist sowieso die Hauptsache, dann könnt ihr auch wieder was erleben und wieder lachen……………. ALSO WEG DA

    und bis dahin schmeisst bitte die Eiswürfel aus den Drinks!!!

    Papa

    • Jenni 1. Dezember 2018 at 19:42 Antworten

      Tz als würden wir Eiswürfel in unseren Drinks haben. Wir trinken nur aus versiegelten Flaschen. Sind ja nicht lebensmüde.

      Danke für die Besserungswünsche. Wie du schon bemerkt hast, im Land des Steaks kann es nur besser werden. In diesem Sinne: noch 3x schlafen. Mein ganz persönlicher Adventskalender in diesem Jahr 😀

  • Daria 30. November 2018 at 21:31 Antworten

    Oh, scheiße, was für ein absoluter Mist!!!! Ich gebe zu, ich habe mir echt schon Sorgen um euch gemacht, aber dachte, ihr hättet vielleicht einfach kaum Internet oder so. Wie schrecklich! Ich drücke euch! Ganz ganz schnelle gute Besserung und komplette Gesundung!

    • Jenni 1. Dezember 2018 at 14:26 Antworten

      Hey und danke 🙂 hätten wir mal auf deinen Mann gehört! Wenn wir jeden Tag Pizza bestellt hätten, wäre das bestimmt nicht passiert. Wir hoffen es geht euch gut.

  • Unser Weltreisli 5. Dezember 2018 at 0:54 Antworten

    Wir fühlen so mit euch mit… 😰😰😰 weiterhin ganz, ganz gute Besserung und jetzt sollte ja dann wirklich alles besser werden… 🇦🇷😬✊🏼 bis vielleicht bald in Buenos Aires 😉

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