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Paracas

Die Wüste am Meer

Paracas, im Süden Perus, liegt in der Provinz Pisco der Region Ica. Wer im Beitrag zu Lima gut aufgepasst hat, dem wird nicht entgangen sein, dass Pisco nicht nur die Provinz, in die wir uns begaben, bezeichnet, sondern auch den typisch peruanischen Schnaps. Tatsächlich zählt Ica zu den bekanntesten Weinanbaugebieten Perus. Entgegen aller Erwartungen lockte uns jedoch weder Wein noch Weinbrand in diese Gegend, sondern der Wunsch die naturelle Vielfalt Perus zu bestaunen. Denn, wie Joel in seinem Strebermodus im Laufe unserer 24 Stunden in Paracas einwarf, Peru verfügt über 28 von 32 Klimazonen und zählt damit zu einem der vielfältigsten Länder dieser Erde. Das resultiert natürlich in einer abwechslungsreichen Vegetation. Küste und Berge hatten wir nun schon gesehen aber die Wüste war etwas, dass keiner von uns bislang erblickt hatte. Weder in Peru noch sonst wo.

Paracas

Paracas selbst ist nur ein kleines Örtchen am Meer, dass aus ein paar Hostels, Mini-Märkten und viel mehr Restaurants besteht. Entsprechend hatten wir uns dafür entschieden nur eine Übernachtung zu buchen und unser Programm am nächsten Tag früh zu starten.

Blaue Boote im Hafen in Paracas

Die wichtigste Mahlzeit des Tages

Eines der Highlights bei einem Besuch in Paracas ist das Schutzgebiet der Islas Ballestas, Heimat zahlreicher Vogelarten und Seelöwen. Um 7:30 Uhr wurden wir von unserem Hostel abgeholt. Bevor wir uns jedoch auf den Weg begeben konnten, wollten wir natürlich ein ausgewogenes Frühstück zu uns nehmen. Da unser Hostel zur Abwechslung kein Frühstück im Angebot hatte, hatten wir dazu ein kleines Café in unmittelbarer nähe auserkoren. Nach einigen Diskussionen am Vorabend hatten wir entschieden, dass eine halbe Stunde wohl reichen sollte, um Frühstück zu bestellen und zu essen. Da das Café erst um 7:00Uhr öffnete, blieb uns auch nicht wirklich eine andere Wahl.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker daher um 6:30Uhr. Da wir erst am Nachmittag zuvor angekommen waren, war nicht viel Zeit geblieben, um Sachen auszuräumen, was uns nun zu Gute kam. Wir lagerten unser Gepäck im Locker Room und begaben uns fix zum nebenan befindlichen Café, kurz nach Ladenöffnung. Joel orderte Rührei und ich Müsli und Kaffee. Unsere Bestellung war um 7:08Uhr aufgegeben. Wie lange konnte es schon dauern ein paar Eier zu braten und Müsli in eine Schale zu füllen?

Um 7:20Uhr wussten wir, dass es anscheinend länger dauert als gedacht, denn von unserem Essen war immer noch nichts zu sehen. Hektisch wanderte unser Blick von der Uhr zur Tür, von wo aus wir immerhin ankommende Busse und dergleichen erspähen konnten. Drei Minuten später kam unsere Bestellung. Ich habe noch nie so schnell mein Frühstück vertilgt. Das Ei wurde zum Wegproviant. Hat aber alles geklappt. Gute Planung, Freunde!

Islas Ballestas

Zurück im Hostel mussten wir dann natürlich noch 10 Minuten warten, denn wenn alles pünktlich gewesen wäre, hätten wir uns ja nicht so geärgert. Schlussendlich stellte sich dann auch heraus, dass wir nur zum “Hafen” laufen mussten, der ca. 5 Minuten Fußweg entfernt war. Wir kauften unsere Tickets für die Islas und das Nationalreservat, welches wir im Anschluss besuchen wollten und begaben uns gemeinsam mit den übrigen Teilnehmern der Tour auf ein Boot.

Zwar hoffnungslos überbelichtet aber ihr bekommt eine Idee davon, wie das Ganze abläuft.

El Candelabre

Der erste Stopp ist eine Felsformation auf der Linien im Boden zu bewundern sind, die eine Art Leuchter erkennen lassen. Wer schonmal von den Nazca-Linien gehört hat, wird hier eine gewisse Ähnlichkeit feststellen.

El Candelabre

Wildlife

Mich persönlich faszinieren diese Linien nicht so, obwohl es schon interessant ist, dass bis heute niemand so wirklich weiß, welchem Zweck diese Linien dienten. Ich freute mich eher auf die Natur und vor allem: PINGUINE! Ich hab Pinguine schon immer toll gefunden. Die sind einfach so witzig. Leider haben wir nicht wirklich viele gesehen, trotzdem war das mein absolutes Highlight. Neben den Humboldtpinguinen beherbergen die Islas Ballestas auch zahlreiche andere Arten wie den Guanokormoran, die Inkaseeschwalbe, den Chilepelikan, Guanotölpel (wie ich finde ein besonders schöner Name) oder die nördlicher Felsuferwipper.

Insgesamt leben über 40.000 Vögel im Reservat, vorausgesetzt, dass ich unseren Guide richtig verstanden habe. Was mich daran am allermeisten begeistert hat ist, dass uns bis zuletzt kein einziger davon auf den Kopf gekackt hat. The small things in life! Vor lauter Freude über die ganzen Eindrücke und des Mangels an Vogelscheiße in unseren Haaren hat Joel dann auch erstmal ein Schläfchen gemacht.

Joel macht auf dem Boot erstmal ein Nickerchen!

Naturreservat

Um 11:00Uhr startete unsere zweite Tour. Diesmal ging es mit dem Bus ins Naturreservat in der Nähe von Paracas. Zunächst besucht man hier ein kleines Museum, wo man allerlei über die Natur und Geologie erfährt. Unter anderem lernt man etwas über die seismische Aktivität in Peru, die aufgrund des Aufeinandertreffens und der unterschiedlichen Schwere der Nazca-Platte und der südamerikanischen Kontinentalplatte besonders hoch ist. Das ist jetzt natürlich sehr vereinfacht dargestellt. Sollte jemand da besonderes Interesse haben, kann ich gerne den Kontakt zu einer Freundin herstellen, die wahrscheinlich einen 3-stündigen Monolog dazu führen kann (liebe Grüße Sarina).

Im Anschluss fährt man durch das Reservat, um sich den Red Sand Beach anzuschauen, der aufgrund einiger Mineralien eine rote Färbung besitzt. Rot! Wär ich bei dem Namen niemals drauf gekommen. Unweit befindet sich außerdem El Catedral, ein Gesteinsbrocken im Ozean.

Das war’s erstmal wieder von uns. Habt ein schönes Wochenende!


5 Kommentare zu “Paracas

  • Oliver G. 3. November 2018 at 5:27 Antworten

    Hallo Ihr zwei Robbenkinder,

    in Venezuela wart ihr jetzt auch noch?! Oder wie ist “wie Joel in seinem Strebermodus im Laufe unserer 24 Stunden in Caracas einwarf” zu deuten?

    Vermutlich der Fluch der Autovervollständigung, da Caracas bekannter als Paracas ist 🙂

    Zum vielfältigen Wildleben Perus gehören übrigens auch Anchovis. Als Kind hatte ich die immer für scharfe Chilischoten gehalten, die man halt nicht auf der Pizza haben möchte, bis ich im Schulatlas irritiert gesehen hatte, dass die vor der Küste Perus gefangen werden 😀

    Schöne Blaukomposition im Bootefoto 🙂

    Bei der ganzen Spannung um das Frühstück habt ihr hoffentlich nicht vergessen, auf die Toilette zu gehen! Diesmal habt ihr es nicht erwähnt, ich dachte, ich frage mal besorgt nach!? 😉

    Jepp, man sieht deutlich, wie das Ganze abläuft: Mit euren gelben Westen seht ihr aus, wie hier die Kindergartenausflüge 😀

    Der Kandelaber sieht ein bisschen so aus, als wäre da jemand mit seinem Lama den Hang runtergerutscht. Aber immerhin lässt sich eine gewisse Ähnlichkeit mit der Cantorschen Wischmenge feststellen!

    Schöne Fotos wieder einmal von den Tieren und der Landschaft! Dieses Ding ins nichts könnte ein Schiffsanlegesteg sein. Vielleicht für ein Guanoernteschiff?

    Das mit den Seelöwen finde ich lustig, denn gerade erst Vorgestern hatte ich Bären nachgeschaut, wo die eigentlich hingehören. Es gibt hundeartige und katzenartige Fleischfresser, und die Bären gehören zu den hundeartigen. Genauso übrigens, wie die Seehunde, Seehunde sind also wirklich Hunde 🙂 Die Seelöwen aber auch, das sind also gar keine Katzentiere, sondern hundeartige. Von den katzenartigen ist nie eine Linie zurück ins Meer gegangen, also echt wasserscheu die Dinger!

    Vogelkacke ist ein Ding, ihr solltet lieber froh sein, dass keiner von den 40 000 Vögeln den Hitchcock gemacht hat! Gab es da nicht auch so eine Frau mit Kopftuch und Sonnenbrille auf?

    Also soooo hoch ist die seismische Aktivität nun auch nicht. Durch die Subduktion ist das vor der Küste ein bisschen tief (geht nicht zu weit ins Wasser!) und hinter der Küste ein bisschen bergig und vulkanig …

    Ob rot oder rotbraun oder nassbraun, der Strand gibt wieder mal super Fotos ab 🙂

    Bei der Katedrale bin ich jedoch nicht sicher. Ist das wirklich ein Fels? Könnte auch ein Wal sein!

    Das letzte Bild hat Joel wieder super hinbekommen, Jenni passt farblich in die Landschaft und ist im goldenen Schnitt platziert! Ist das ein Inka-Umgehänge oder ein gemorphter Schmetterling?

    Euch weiterhin eine schöne Zeit, schönes Wochenende und bis die Tage!

    • Joel 5. November 2018 at 2:02 Antworten

      In Venezuela waren wir nicht, allerdings besitzen wir inzwischen 100 venezoelanische Bolivar.

      Wenn ich mich richtig erinnere, waren wir nach dem Frühstück auch nochmal auf der Toilette. Vermutlich aber auch vor dem Frühstück, aber nicht währenddessen.

      Ob es ein Guanoernteschiff-Anlegesteg ist, können wir leider nicht sagen. Ich hab mich aber gefragt wie Guano geernet wird? Mit einer Spitzhacke oder kann man das abkratzen?

      Das Inka-Umgehänge bzw. der Schmetterling ist in Wirklichkeit ein Sport-BH. Aber war nah dran 😉

      • Oliver G. 5. November 2018 at 16:38 Antworten

        Wenn man die Suchmaschine mit “paracas guano” anwirft, dann findet man andere Fotos wie eures, die das tatsächlich als Andockstelle für Guano-Schiffe bezeichnen 🙂

        Und wenn ich mir die Fotos über Guanoabbau (guano mining) so anschaue, dann vermute ich: mit ‘nem Bagger 😀 Das scheinen richtig mächtige Schichten zu werden, Kleinvieh macht auch Mist, aber heftig!

  • Anonymous 3. November 2018 at 12:39 Antworten

    Und treu sind sie, die Pinguine.

  • Pingback: Ica - Guineveres Reisen - Die Oase Huaccachina in der Wüste Perus

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