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(S)Hits Vol. 4

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Buenos Dias amigos. Wie ich festgestellt habe, habe ich mich nicht an meine letzte Zeitangabe gehalten und es hat wieder einen Monat bis zu diesem Beitrag gedauert. Ich könnte jetzt eine gute Ausrede erfinden, aber ich bin ja ehrlich: Sorry, ich hatte einfach keinen Bock. Heute bin ich aber voll motiviert euch ein letztes Mal unsere schönen und unschönen Erfahrungen in den USA mitzuteilen. Also los:

Shits

1. Wetter

Jenni hat hier ja schon unsere Erlebnisse mit dem Highway 1 ausführlich dokumentiert, aber trotzdem möchte ich mich auch noch einmal aufregen.

Ja, wir haben bisher viel Sonnenschein gehabt und daher ist es Jammern auf hohem Niveau, aber wenn man die angeblich schönste Küstenstraße der Welt entlangfährt, dann ist das echt einer der unpassendsten Zeitpunkte für schlechtes Wetter. Hätte ja gereicht, wenn wenigstens einer von drei Tagen schön gewesen wäre, aber nein.

Hoffentlich freut sich wenigstens Julian weiterhin darüber, dass seine ideale Vorstellung unserer Reise wenigstens teilweise zutrifft.

2. Arrogante Touristen

“Was würden die Amerikaner nur ohne ihre billigen Arbeitskräfte machen?”, äußerte eine etwa 50-jährige Dame lautstark in San Francisco. Es ging dabei um Baustellenmitarbeiter, die definitiv nicht auf Englisch kommunizierten.

Ich bin nicht sicher, ob diese Frau in letzter Zeit mal deutsche Baustellen gesehen hat. Wir sind in Bochum über ein Jahr lang in den Genuss von verschiedenen Baustellen in unmittelbarer Nähe unserer Wohnung gekommen und ich behaupte einfach mal, dass der Großteil der dortigen Arbeitskräfte a) nicht aus Deutschland stammt (bzw. zumindest nicht seit 3 Generationen in Deutschland lebt) und b) nicht besonders reich wird. Alternativ kann man ja mal im Reinigungsgewerbe entsprechende Umfragen machen.

Es kann natürlich auch sein, dass die Frau aus der Schweiz kommt, allerdings haben unsere neuen Schweizer Freunde bestätigt, dass es da genauso läuft. Daher gilt: Aufregen gerne (kann auch öfter mal befreiend wirken), aber dann doch bitte qualitativ hochwertiger oder mit mehr Ironie.

3. Menschen, die auf Ampeln starren

Auf dem Weg zum Football-Spiel in Los Angeles mussten wir natürlich auch einige Straßen überqueren. Zum Glück gibt es ja häufig Ampeln, die den Verkehrsfluss regeln. Allerdings wissen viele Fußgänger offensichtlich nicht, dass es an vielen Ampeln etwa auf Bauchhöhe einen Knopf gibt, den man drücken muss, damit die Fußgängerampel in näherer Zukunft auf Grün springt.

An einer Straße standen jedenfalls schon ca. 30 Personen als wir dort ankamen. Scheinbar hat sich von denen aber auch niemand gewundert, dass sie noch nicht gehen durften, als die Ampeln für Autofahrer auf Rot standen und wahrscheinlich würden wir jetzt immer noch da stehen, wenn ich nicht den Knopf gedrückt hätte.

Auch hier handelt es sich aber um ein globales Problem. In Deutschland ist das bei einigen Personen auch noch nicht angekommen. Ich denke da zum Beispiel an einige Pausenspaziergänge mit meinen Kollegen (schöne Grüße), in denen wir deutlich länger als nötig auf eine grüne Ampel gewartet haben.

4. Menschen, die zu spät kommen

Auch dieses ärgerliche Phänomen ist uns beim Football-Spiel aufgefallen. Das Bild habe ich im Stehen aufgenommen, man kann sich also vorstellen, dass ich im Sitzen, wenn Leute links von uns die Treppe hochgekommen sind, eher wenig vom Spielfeld gesehen habe (bei Jenni reicht es sich vorzustellen, dass man sowieso die ganze Zeit den Rücken des Kameramanns anguckt).

Leider waren es nicht nur ein oder zwei Personen, die erst nach Kick-Off zu ihren Plätzen gegangen sind, sondern gefühlt die Hälfte aller Zuschauer, die hinter uns saßen. Abgesehen davon, dass es sehr nervig war, kann ich das Verhalten auch absolut nicht nachvollziehen. Wenn ich eine Eintrittskarte gekauft habe, komm ich doch nicht erst, wenn schon ein Viertel des Spiels vorbei ist. Macht im Kino doch auch keiner.

Viele von den Zu-Spät-Kommern waren dann auch Leute der Kategorie “Ich muss alle 5 Minuten was Essbares oder Trinkbares holen, oder einfach zum Klo” und haben unsere Sicht also nicht nur einmal gestört.

Hits

1. Carpool Lanes

Nachdem ich mich in meinem letzten Beitrag sehr ausführlich über den Straßenverkehr geärgert habe, muss ich eine Sache dann doch loben. Zumindest in der Nähe größerer Städte ist die ganz linke Spur eine “Carpool Lane”. Das heißt einfach nur, dass diese Spur nur von Autos befahren werden darf, die zwei oder mehr Personen transportieren.

Im Falle eines Staus geht der Verkehr auf dieser Spur oft ganz normal weiter, sodass man da sicherlich einiges an Zeit gewinnen kann.

2. Fahrradträger an Bussen

Die meisten amerikanischen Nahverkehrsbusse haben vorne einen Fahrradträger (siehe hier) und ich habe mich gefragt, warum sowas sinnvolles nicht in Deutschland übernommen wird. Ich bin noch nie mit einem Fahrrad in einen Bus eingestiegen, aber ich stell mir das durchaus anstrengend vor, wenn man sich an allen vorbeiquetschen muss, nur um am Ende festzustellen, dass bereits zwei Mütter mit ihren Kinderwägen die komplette Mitte blockieren. Außerdem kassiert man dann noch böse Blicke von Leuten wie mir, wenn das Fahrrad im Weg steht.

Man darf natürlich nur nicht vergessen das Fahrrad mitzunehmen, wenn man wieder aussteigt. So wie ich manche Leute kenne, wäre das tatsächlich ein Problem.

3 Kommentare zu “(S)Hits Vol. 4

  • Oliver G. 2. November 2018 at 5:41 Antworten

    Guten Morgen, ihr lieben kleinen Leute,

    schiet Wetter haben wir hier auch, also kein Mitleid 😉

    Habe eine Zeit gebraucht, um zu verstehen, dass es wohl eine deutsche Dame war, die den Kommentar geworfen hatte, und Sozialkritik will tatsächlich gelernt sein. Also weg mit arroganten Touristen!

    Die Ampelstarrer gefallen mir, die hat es hier auch! Nicht nur in der Mittagspause, sondern auch zu anderen Zeiten. Genauso spannend sind aber auch die Leute, die auf die Blindensummer drücken, weil sie glauben, sie könnten damit die Ampelfarbe wechseln 🙂

    Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, wer Pünktlich kommt, den bestrafen die Zuspätkommer, man kann leider nicht gewinnen 🙁 Die kommen alle vermutlich gar nicht wegen des Sports, sondern wegen des Sozialkontakts. Billige Ausrede, sich an den Mitmenschen schubbern zu können.

    Wenn die im Stadion auch das Licht ausmachen würden, wie im Kino, dann würde das da auch keiner machen 😉

    Zu den Carpool Lanes gibt es eine ganz interessante Folge von Dr Who (“Grid Lock”), die in New New New New New New New New New New New New New New New York spielt. Da gibt es eine Fast Lane, für die man mindestens drei Personen braucht. Folglich wird jemand gekidnappt, um auf drei zu kommen, also auch fragwürdig …

    Fahrradträger kenne ich nur von Reisebussen. Wenn du dich aber an allen vorbeiquetschen musst, um dein Fahrrad zu platzieren, dann hast du beim Einsteigen schon etwas falsch gemacht: Man muss eigentlich nicht weit schieben, wenn man an der dafür vorgesehenen Tür steht, und kann von außen schon erkennen, ob da noch frei ist.

    Kinderwagen sind schlimmer! Meistens sind nur zwei erlaubt, trotzdem findet man häufig bis zu vier oder fünf im Wagen, und kommt als Normalfahrgast nicht mehr durch! Was glauben die eigentlich, wofür die Anhängerkupplung am Bus gut ist … ?

    Vermutlich spielt der TÜV nicht mit, wenn die Fahrräder oder Kinderwagen in Deutschland mit einem Schnellverschluss vorne oder hinten angeklickt würden: die sichere Befestigung passt nicht zum schnellen Ein- und Aussteigen.

    Aufreger sind nur die Leute, die mit ihrem Fahrrad gerade mal zwei Stationen mit Bahn oder Bus fahren 🙁

    Das war es schon?! Du hast ein bisschen an Biss verloren, Joel! 😀

    • Joel 2. November 2018 at 23:34 Antworten

      Ich hab schon gesehen wie Leute mit Fahrrad vorne beim Fahrer eingestiegen sind. Aber du hast Recht, die meisten nutzen die passende Tür. Aber selbst da muss man sich möglicherweise an Leuten vorbeiquetschen.

      Ich entschuldige mich für die Kürze des Beitrags. Da ich mich aber nicht immer über die gleichen Dinge aufregen, sondern qualitativ hochwertig meckern will (bin ja kein arroganter Meckertourist), leidet an der Stelle leider die Quantität.
      Normalerweise könnte ich aber in jedem Beitrag die Im-Weg-Steher und ähnliche Gestalten erwähnen.

      • Oliver G. 3. November 2018 at 4:52 Antworten

        Na, siehst du? Wenn man sich immer über die gleichen Dinge aufregt, dann stellt man fest, dass die Störfaktoren gar nicht so viele sind, aber häufig! Der Lerneffekt daraus ist: Man redet gegen die Wand oder offene Tür und es ändert sich einfach nichts. Schon bist du auf dem Weg in meine Richtung, nämlich zum zynischen Misanthropen 🙂

        Spinnen dagegen haben keine schlechten Angewohnheiten! 🙂 Allerdings nur echte Spinnen, nicht so Spinnentiere wie Weberknechte, die mag ich überhaupt nicht, da bin ich wohl auch Misopilion 😉

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