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Lima

Südamerika, wir kommen!

Von Los Angeles führte uns unser Weg über Mexico City nach Lima. Obwohl wir das Flughafen Gebäude in Mexiko niemals verlassen haben, sind wir nun stolze Besitzer eines mexikanischen Stempels in unseren Reisepässen.

In Lima angekommen wurde dann eines relativ schnell deutlich: unser Spanisch ist ziemlich schlecht. Es hat gerade noch gereicht, um all die Taxifahrer vorm Flughafen abzuwehren, die unermüdlich versuchen einen in ihre Autos zu locken. Mit einem kräftigen, bestimmten: No, Gracias! Man sollte in Südamerika nämlich tunlichst vermeiden mit inoffiziellen Taxiunternehmen zu fahren. Wir haben uns wieder auf Uber verlassen und sind unversehrt an unser Ziel gelangt. Auch wenn wir im Hostel dann erfahren haben, dass man Uber lieber nicht benutzen sollte.

Miraflores – touristisches Zentrum

Unsere Unterkunft lag in Miraflores, dem touristischen Zentrum der peruanischen Hauptstadt. Wir nutzten den angebrochenen Tag, um den Kennedy-Park und die umliegende Gegend auszukundschaften. Der Kennedy-Park bildet den Mittelpunkt von Miraflores und hier finden sich die meisten Restaurants und Geschäfte. Immer getreu nach dem Motto “eat where the locals eat” machten wir uns auf die Suche nach Essbarem. Wir landeten schlussendlich bei La Lucha, was sich als eine Kette herausstellte, die in Miraflores noch eine weitere Filiale besitzt. Wir haben hier für ca. 40 Soles gegessen, was umgerechnet etwa 10€ sind. Peru gilt für Südamerika nicht als besonders günstig, aber nach den USA war das für uns wie geschenkt.

Reisespeisetipp: La Lucha

Erstes Plus: unsere Mägen haben das Essen von La Lucha super verkraftet. Wer kein Spanisch kann bestellt hier auf Geratewohl, aber die Sandwiches sind alle empfehlenswert und die Papas Frittas (Pommes) sind phänomenal. Joel empfiehlt Chicharron (knusprig gebratenes Schweinefleisch, Süßkartoffeln und jede Menge Zwiebeln), mein Favorit war Pollo deschilachado (Hähnchen, Salat, Tomate). Natürlich mit zusätzlicher Avocado. Wer mag kann sich im Anschluss noch einen frisch gepressten Saft bestellen.

Müde und gesättigt begaben wir uns im Anschluss zurück in unser 6-Bett-Zimmer. Sowohl für Joel als auch für mich bedeutete das unsere erste Hostel-/Mehrbettzimmererfahrung. Aber wir freuten uns darauf, denn nach zwei Monaten, war es schön zur Abwechslung nicht mehr nur die Visage des anderen sehen zu müssen. Kleiner Scherz, Joel ist wunderschön und ich könnte ihn den ganzen Tag anschauen. Wie der Zufall es so wollte, bezog spät am Abend ein Schweizer Paar dasselbe Zimmer und wir nutzten am nächsten Tag die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch. Die beiden sind schon seit über einem Jahr unterwegs und berichten ihre Abenteuer auf www.unserweltreisli.ch. Lustigerweise sollten wir uns in Peru noch das ein oder andere Mal über den Weg laufen, sodass wir mittlerweile eine Einladung zum Käsefondue bekommen haben. Da das Ganze jetzt öffentlich ist, kommt ihr aus der Geschichte auch nicht mehr raus :D.

Downtown Lima

Am Montag nahmen wir an einer Free-Walking-Tour durch Downtown Lima teil. Das Erste, was man hier lernt, ist, dass Pisco Sour von den Peruanern und NICHT den Chilenen erfunden wurde. In Peru werdet ihr schnell merken, dass die Diskussion um die Herkunft des Piscos nur einer der vielen Streitpunkte zwischen den Ländern ist. Pisco ist ein Weinbrand, der in Verbindung mit Limettensaft, Zuckersirup und Eiklar das Mixgetränk Pisco Sour ergibt. Vom Geschmack erinnert dieser meines Erachtens am ehesten an Margarita. Wer Pisco probieren möchte, der kann im Rahmen der Free-Walking-Tour im Schokoladenmuseum (nein, nicht das in Köln) Pisco probieren. Dieser wird hier in verschiedenen Geschmacksrichtung von Schokolade bis Maracuja angeboten.

Das Museum befindet sich am Plaza de Armas (Platz der Waffen), wo auch das Regierungsgebäude sowie eine riesige Kathedrale zu finden sind. Wir konnten um 12 Uhr die Wachablösung beobachten.

Im Anschluss ging es Richtung China Town, denn ein kleines China darf heute natürlich nirgends mehr fehlen. Auf dem Weg dorthin passierten wir einen Markt, der in einer riesigen Halle stattfand und von frischen Früchten bis gehäuteten Tieren alles zu bieten hatte. Ob das vom deutschen Gesundheitsamt alles so abgesegnet würde, ist fraglich, trotzdem war es sehr interessant zu erleben. Unser Guide hat dann noch einen Becher Chicha Mirada spendiert, ein Traubensaft, den man in Peru immer und überall bestellen kann. Da wir uns diesen Becher mit 20 Leuten geteilt haben kam ich mir ein bisschen vor wie beim Abendmahl.

Erste Wellen

Für Dienstag war sehr gutes Wetter angesagt, was in Lima bedeutet, dass die Sonne scheint. Irgendwie, durch die Wolken reicht da schon, denn normalerweise ist Lima aufgrund der umliegenden Berge wolkenverhangen und neblig. Wir nutzten die Wärme, um etwas auszuprobieren, das wir unbedingt mal machen wollten. Surfen! Unnötig zu sagen, dass ich ein bisschen Schiss hatte. Nach einigen Recherchen hatten wir aber herausgefunden, das Lima aufgrund seiner moderaten Wellen ein super Surfspot für Anfänger ist.

Also keine Ausreden und ab ins Wasser. Wegen zahlreicher positiver Bewertungen entschieden wir uns für die Pukana Surfschool. Surfschool meint dabei einige, auf einer Kleiderstange hängende, Neoprenanzüge und Surfbretter in einem Regal neben einem, am Strand aufgestellten Pavillon. Aber das ist normal und letztendlich kommt es ja auch auf die Qualität des Unterrichts an. Wir hatten einen Tag mit Babywellen erwischt aber am Ende der Stunde konnten Joel und ich beide des öfteren erfolgreich aufstehen und sogar ein paar mal eine Welle surfen. Da es mein Ziel war, einmal auf dem Brett zu stehen, wertete ich das als vollen Erfolg. Ich war sogar so gut darin, dass ich mich am nächsten Tag nicht am Surfunterricht beteiligte, sondern lieber entspannt vom Strand aus zusah.

Larcomar und Inka-Markt

Der Donnerstag führte uns zum Einkaufszentrum Larcomar und anschließend zum Inka-Markt, wo ich einen Schal aus Alpacawolle für 5€ erstanden habe. Das muss man sich mal vorstellen! Das verrückteste kommt aber noch, denn im Anschluss wollten wir in der Nähe des Marktes etwas essen. In Peru ist es üblich in lokalen Restaurants Menüs zu essen. Das bedeutet, man bestellt ein 2- bis 3-Gänge-Menü, wobei man jeweils zwischen mehreren Alternativen auswählen kann. Als Vorspeise bekommt man zum Beispiel eine Suppe, Causa (Kartoffelbreiartiges Gericht) oder Avocadosalat und als Hauptgang Ceviche oder ein Nudelgericht. Verrückt daran ist nicht, dass die Peruaner sich immer mehr als einen Gang gönnen, sondern, dass man das Ganze ab 8 Soles bestellen kann. 8 Soles sind etwas mehr als 2€. Je nachdem was man bestellt und wie komfortabel das Restaurant ist werden es auch schon mal 25 Soles, aber selbst das sind keine 7€. Für 2 Gänge!!!

Bohemian Barranco

Am Freitagvormittag führte uns unser Weg nach Barranco, dem Bohemian-Viertel der Stadt. Hier finden sich allerlei Straßenkunst sowie zahlreiche Restaurants. Wer Vegetarier ist sollte über eine Unterkunft in diesem Teil der Stadt nachdenken, da die peruanische Küche sehr fleischlästig ist und in Barranco auf Vegetarier eher Rücksicht genommen wird.

Neben den künstlerischen Werken, die für jeden öffentlich zugänglich sind, besuchten wir auch zwei Gallerien eines erfolgreichen peruanischen Künstlers. Er ist auf Murals spezialisiert und bereits an Wänden auf der ganzen Welt verewigt. Hier seht ihr eines seiner Werke noch bei der Entstehung.

Unser Guide erklärte uns zudem noch, dass die Drogenpolitik zu der, die wir beispielsweise in Deutschland kennen, sehr verschieden ist. Die unten abgebildete weiße Blume ist eine Burgmansia Aurea. Wenn man diese trocknet, pulverisiert und jemandem ins Gesicht pustet, macht dieser alles was man will. Er/sie wirkt aber äußerlich normal. Alternativ kann man die Blätter zu Tee verarbeiten oder sogar essen und dann eine cannabisähnliche Wirkung erfahren. In Peru findet man sie mitten in der Stadt von den Bäumen hängend. In Peru wird außerdem ein Großteil des weltweiten Kokains gewonnen, welches dann anschließend nach Brasilien transportiert wird. Einige Peruaner (und Touristen) suchen außerdem die indigenen Völker der Amazonasregion auf um Ayahuasca auszuprobieren, einen psychedelisch wirkenden Pflanzensud. Obwohl hier anscheinend für jeden Geschmack was dabei ist, gibt es in Peru überraschenderweise kein Drogenproblem. Zumindest nicht laut unseres Guides.

Lustigerweise hat unser Guide auch Bezug auf das Wetter in Lima genommen und uns versichert, dass in Lima zwar nie gutes Wetter ist, es aber auch nie regnet. Am Abend hat es dann natürlich prompt so stark angefangen zu regnen, dass es sogar ins Hostel reingeregnet hat.

Abends sind wir dann noch spontan in eine zur Bar umfunktionierte Diskothek gegangen, um das Freundschaftsspiel zwischen Peru und Chile zu sehen. Die Betonung liegt auf Freundschaftsspiel. Peru hat 3:0 gegen Chile gewonnen und man hätte meinen können, die Peruaner hätten den Weltfrieden beschlossen.

Best of Miraflores

Unseren letzten Tag in Lima nutzten wir nochmal, um ganz entspannt unsere Sachen zu packen und das Zentrum in Miraflores zu besuchen. Im Kennedy-Park versorgten wir uns vor unserer langen Busreise am Abend mit ein paar Snacks.

Für den kleinen Hunger: Bombitas und Picarones

Im Kennedy-Park finden sich gegen Abend unzählige dieser kleinen roten Wägelchen, die süße und salzige Snacks anbieten. Neben den in Deutschland bereits bekannten Churros, fiel unsere Wahl auf Bombitas – eine Art Quarkbällchen, die mit einem Orangen-Maissirup erreicht werden – und Picarones. Letztere scheinen einfach frittierter Teig zu sein und werden ebenfalls mit Maissirup, jedoch ohne Orangenaroma serviert. eine Portion Bombitas bekommt man für 3 Soles, Picarones für 6 Soles. Wer bereit ist ein bisschen mehr Geld auszugeben, kann in der Churreria nahe zum Park auch mit Nutella gefüllte Churros bestellen.


9 Kommentare zu “Lima

  • Oliver G. 26. Oktober 2018 at 16:22 Antworten

    Hallo nach Peru und alles Gute nachträglich zur Äquatorquerung!

    Man muss auch mal einen Zwischenstopp in Mexiko einlegen, warum nicht. Mit Sonderstempel kommt das auf eurem Lebenslauf später richtig gut, so einmal Panamaricana bitte 🙂

    Lima ist die Hauptstadt von Peru? Wieder etwas gelernt, ich dachte, es wäre Bamako, da muss ich etwas durcheinander gebracht haben 😉

    Eure Essensbeschreibung aus dem Reisetipp lässt mir richtig den Mund wässerig werden, mehr als ein Perrito caliento ist derzeit aber im Kühlschrank nicht drin. Hmm, noch ist es ein Perrito frio.

    Sechsbettzimmer?! Ok, die Europäer sind meistens größer als die Peruaner und müssen schon mal zwei Betten zusammenschieben, um sich langmachen zu können, aber sechs Zimmer ist schon sehr geräumig!

    Ist das ein Doppelpunkt zwischen: “Kleiner Scherz” und “Joel ist wunderschön”? >;->

    Wie ich auf dem Schweizer Blog gesehen habe, sind die ersten Vorbereitungen für das Fondü schon getroffen: Die Locken sind ab, damit sie nicht in den Käsli fallen können! 😀

    Die Peruaner haben nicht nur den Pisco Sour erfunden, sondern auch den Laufstall:

    https://www.youtube.com/watch?v=jqWoWscljQs

    Unabhängig vom Gesundheitsamt ist sympatisch, dass die die Sachen eben nicht einzeln eingepackt haben, wie die Amis von vor Kurzem!

    Dann hoffe ich mal, dass ihr euren geteilten Becher wie beim Abendmal auch immer am Rand abgewischt habt, bevor der nächste seine Nase da reinsteckte!

    Ihr geht surfen. In Peru. Nicht in Kalifornien. Wo ich es erwartet und vermisst hatte. Ihr seid ja zwei welche! 😀

    Sehr kleidsam, vor allem das “BOZ” bei Joel. Bedeutet das “Boss der Wellenbezwinger” oder “Bozo der Clown”? 😉

    Super finde ich allerdings, wie Joel es schafft, innerhalb von ein paar Sekunden die Evolutionsgeschichte vom Quastenflosser zum Haushuhn anschaulich darzustellen, also schon eine stramme Leistung. Respekt! 🙂

    Und schon wieder Fotos von lecker aussehendem Essen! Wem das Hühnebein zu fleischlastig ist, der kann sich übrigens immer noch einreden, es wäre Hahnenfuß …

    Streetart finde ich gut, da ist meistens deutlich weniger Kommerz mit verbunden, und die fühlen noch etwas dabei.

    Die Burgmansia und der Rest der Drogen sind mir ja letztlich egal, aber was um alles in der Welt ist das für ein Tier auf dem ersten Foto?! Ist das eine riesige Ameise?! Der Basset ist ja ein Winzling dagegen!

    Hmmm, noch mehr Essen! Mir reicht es, ich gehe jetzt an den Kühlschrank, hasta la próxima!

    • Joel 26. Oktober 2018 at 20:30 Antworten

      Unglaublich welche Videos du kennst. Immerhin haben wir für den absoluten Notfall jetzt einen Shampoo-Ersatz.

      Und richtig beobachtet, es ist eine gigantische Ameise. Wir wissen leider nicht warum die da aufgebaut wurde. Hat mich ein wenig an das Guggenheim-Museum in Bilbao erinnert, vor dem so eine überdimensionale Spinne stand.

      Wünsche einen guten Appetit gehabt zu haben!

  • Unser Weltreisli 26. Oktober 2018 at 16:47 Antworten

    Haha die Einladung steht fix! Wir freuen uns schon jetzt aufs Fondue mit euch! ??? (Ohne Locken, damit sie nicht in den Käse fallen… ??) Ganz toller Blog übrigens und wir hoffen, unsere Wegen kreuzen sich auch vor dem Fondue nochmals ? Quixx Lima rules ????

  • Anonymous 27. Oktober 2018 at 20:19 Antworten

    Ich hoffe ich kriege auch so eine Karte .liebe euch

  • Pingback: Huaraz - Guineveres Reisen - Wanderung zur Laguna 69

  • Darilein 29. Oktober 2018 at 0:39 Antworten

    Wie süß ich den Blognamen des schweizerischen Paares finde!!!! *Herzchen in den Augen* Und eure Erfahrungen und Fotos und Videos sind auch alle der Hammer, ich kann gar nicht alles kommentieren, aber nun habe ich Hunger bekommen 😉

  • Darilein 29. Oktober 2018 at 18:34 Antworten

    Oh, und könnt ihr mir bitte eine dieser weißen Blumen schicken? Ich habe hier ein Trotzphasen- Kleinkind und könnte sie gut gebrauchen…

    • Joel 29. Oktober 2018 at 20:25 Antworten

      Wenn wir mal wieder an einer solchen Pflanze vorbeikommen, werden wir hoffentlich daran denken eine Blüte zu pflücken 😀

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