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Schon knapp einen Monat ist es her, dass ich euch an den (semi-)optimalen Dingen habe teilhaben lassen. In der Zwischenzeit haben sich natürlich einige Sachen angesammelt, sodass ich mich in der Lage fühle diesen Beitrag zu schreiben, der nur Shits enthält. Also fangen wir an:

Shits

1. Zeitzonen/Zeitumstellung

Grundsätzlich sind Zeitzonen ja etwas sinnvolles. Es ist praktisch, dass man z.B. weiß, dass wenn sich jemand um 12 Uhr mittags treffen will, es vermutlich hell draußen ist (Länder mit Polarnacht mal ausgeschlossen) und man nicht erst überlegen muss, wo man eigentlich ist und wie die Zeit sich hier verhält.

Problematisch wird es allerdings in Gebieten, die an der Grenze einer Zeitzone liegen. Da ich mich noch nie wirklich damit beschäftigt habe, dachte ich immer, dass es eigentlich nur einen Ost-/Westunterschied gibt, aber das war in unserem Fall zumindest ein großer Irrturm.

Wie ihr alle wisst, waren wir in Page, Arizona. Das liegt etwa 10 Meilen/16 Kilometer südlich der Grenze zu Utah. Und hier kommt das Problem: Arizona stellt im Gegensatz zu allen anderen Staaten, die das amerikanische Festland bilden, die Zeit im Sommer nicht um. Das heißt also Arizona hat im Sommer die gleiche Zeit wie Kalifornien im Westen, und im Winter die gleiche wie New Mexico im Osten und eben Utah im Norden. Allerdings gibt es auch nochmal einen Unterschied, wo man in Arizona ist, da das dortige Indianerreservat der Navajo auch auf Sommerzeit umstellt.

Da Page allerdings so nah an der Grenze zu Utah liegt, empfangen die meisten Mobiltelefone ein Signal aus Utah und stellen dementsprechend die Uhrzeit entsprechend um, sicher sein kann man sich aber diesbezüglich auch nicht.

Der Zeitpunkt unserer Canyontour wurde jedenfalls nach arizonaischer Zeit angesetzt, obwohl wir eigentlich im Indianergebiet waren, und ich war irgendwann nicht mehr sicher, ob wir jetzt pünktlich sind oder nicht.

2. Rücksichtslos-fotografierende Menschen

Ganz klischeemäßig handelt es sich bei den nervigsten Fotografen um asiatische Menschen. Der Canyon war an den meisten Stellen schmaler als 1 Meter. Überraschenderweise bleibt da nicht so viel Platz um auszuweichen, falls jemand gerade ein Foto von der Stelle machen will. Aber auch hier gilt für einige Menschen wieder: Hallo hier bin ich, mach mal bitte Platz.

Genauso nervig ist es, wenn die Fotografen mitten im Gang stehen bleiben und damit die ganzen folgenden Gruppen aufhalten. Unser Tourguide war jedenfalls irgendwann so genervt, dass er mal kurz einen Ausflug nach vorne gemacht hat um Leute anzukacken, dass sie doch bitte schneller weitergehen sollen. Ab da war es dann auch deutlich angenehmer.

3. Tanken

Aussteigen, Tanken, Bezahlen, Einsteigen, Wegfahren. In Deutschland eigentlich ganz einfach, aber die Amerikaner haben sich gedacht, machen wir das doch mal etwas schwieriger (zumindest für Touristen).

Variante 1: Kreditkarte an der Zapfsäule

An der Zapfsäule kann man seine Kreditkarte durchziehen, muss dann seine Postleitzahl eingeben und kann dann tanken. Das Problem dabei ist natürlich, dass nur amerikanische Postleitzahlen funktionieren, bzw. man Glück haben muss, dass eine amerikanische mit der eigenen übereinstimmt. Da “44869” also nicht akzeptiert wurde und ich mir nicht die Mühe gemacht habe amerikanische Postleitzahlen auswendig zu lernen, konnten wir nicht so einfach tanken. Aber es gibt ja noch:

Variante 2: Prepay an der Kasse

Das Personal schaltet die Zapfsäule für den Betrag frei, den man entweder in bar bezahlt hat oder den man auf der Kreditkarte freigegeben hat. Falls man die Kreditkarte benutzt hat und zu viel freigegeben hat, wird dieser Betrag glücklicherweise nicht abgebucht. Trotzdem ist das ganze eher aufwendig, da man erst einmal herausfinden muss, wie viel in den Tank insgesamt reinpasst (war ja schließlich nur ein Mietwagen) und dann noch abschätzen muss, wie voll/leer dieser ist.

Ich freu mich jedenfalls schon auf Deutschland, wenn ich einfach mal volltanken kann, ohne mir vorher Gedanken darüber machen zu müssen.

4. Duschhöhe

Der durchschnittliche Amerikaner ist angeblich 1,77m groß. Daher haben sich wohl einige Leute gedacht, es reicht bestimmt wenn wir eine Dusche installieren, bei der das Wasser auf der Höhe von 1,75m rauskommt. Anders kann ich mir nicht erklären, warum in einigen unserer Unterkünften und auch auf ein oder zwei Campingplätzen die Dusche etwa so konstruiert war.

Jedenfalls will ich beim Duschen auch meine Haare waschen und find es ziemlich unbequem mich dafür hinknien zu müssen. Und dabei erreiche ich mit etwa 1,88m noch lange keine Maße eines Basketballers o.ä. Bei Dirk Nowitzki hätte das bestimmt noch lustiger ausgesehen.

5. Straßenverkehr

Ich weiß gar nicht genau, wo ich anfangen soll, weil es so viele Dinge gibt, die gewöhnungsbedürftig, anstrengend, bzw. einfach kacke sind. Dass Autos an Zebrastreifen nicht anhalten und gegebenenfalls hupen, falls man über die Straße geht und jemand anhält, hatten wir ja schon, daher konzentrier ich mich diesmal auf das Autofahren speziell auf Autobahnen.

In den meisten Staaten der USA gilt das Rechtsfahrgebot nicht. Gut, jetzt kann man denken, dass es auch nicht anders ist als auf jeder x-beliebigen dreispurigen deutschen Autobahn, auf der der Opa mit Hut seinen theoretisch relativ schnellen Mercedes eher langsam auf der Mittelspur bewegt, obwohl der rechte Fahrstreifen für die nächsten 20 km frei ist. Und tatsächlich ist Ähnlichkeit vorhanden, allerdings ist es dann doch noch deutlich schlimmer, da in Deutschland eher selten rechts überholt wird.

Denn aufgrund des fehlenden Rechtsfahrgebots ist es natürlich auch erlaubt rechts zu überholen, was dazu führt, dass einige Verkehrsteilnehmer eher Schlangenlinien als geradeaus fahren, um hier mal einen links und dann wieder jemanden rechts zu überholen. Hauptsache niemals hinter einem anderen Fahrzeug bleiben. Gepaart mit der allgemeinen Blinkerphobie, an der einige Autofahrer leiden, und der Einstellung “Der in meinem Seitenspiegel ist zwar gerade schneller als ich, und auch nicht so weit entfernt, aber der wird schon rechtzeitig bremsen, wenn ich rüberziehe” und “Oh, das ist hier noch gar nicht die Ausfahrt, die ich nehmen wollte, ich fahr mal 2 Meter vor der Leitplanke wieder zurück auf die andere Spur”, führt das zu interessanten und gefährlichen Situationen und großer Wut und Kopfschütteln meinerseits. Und dabei bin ich nicht einmal gefahren.

Für mich sehr überraschend und unverständlich haben wir auf der Autobahn aber keinen und insgesamt nur einen Unfall gesehen und der ist nur entstanden, weil einer eine rote Ampel komplett übersehen hatte.

 

Und das war es erstmal wieder von mir. Ich hab zwar noch einige Sachen, über die ich mich aufregen könnte, aber die spar ich mir für meinen nächsten Beitrag auf, der dann nicht erst wieder in einem Monat kommt.

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5 Kommentare zu “(S)Hits Vol.3

  • Joel 5. Oktober 2018 at 23:46 Antworten

    Nachdem in meinem ersten Beitrag das Thema Kunst schon einmal aufgekommen ist, hab ich hier ein passendes Quiz gefunden, in dem man entscheiden muss, ob ein Bild von einem Kind (Toddler) gemalt wurde, oder zur modernen Kunst zählt.

    https://www.sporcle.com/games/bam_thwok/toddler-art-or-modern-art1

    • Oliver G. 6. Oktober 2018 at 5:27 Antworten

      Meine Trefferquote lag bei 65% 🙂

      • Joel 6. Oktober 2018 at 5:39 Antworten

        Gar nicht schlecht, ich hab einfach alles als moderne Kunst eingeschätzt. Vielleicht bin ich da jetzt aber auch einfach traumatisiert.

  • Oliver G. 6. Oktober 2018 at 5:24 Antworten

    Zeitzonen hätte ich jetzt nicht als Shit, sondern als absolut faszinierendes Ding in einem eigenen Artikel eingeordnet, aber ja, auf einem idealen Planeten ohne Landmassen und Bevölkerung erstrecken sich die Zeitzonen Nord-Süd und ändern sich Ost-West.

    Aber schon in Europa sind ja die Westeuropäer Großbritannien und Irland genau nördlich vom mitteleuropäischen Spanien, und das ist noch einfach. So eine Weltzeitzonenkarte anzugucken ist schon sehr spannend, und das ist noch ohne Sommer- und Normalzeit 🙂

    Das kann übrigens nicht nur bei Tour-Terminen ein Problem werden, sondern auch, wenn man seinen Zug bekommen möchte …

    Weg von der Zeitzone: Habe ich einen falschen Button erwischt, oder führen die Shits jetzt die neuesten Kommentare auf?!

    Die rücksichtslos fotografierenden Menschen sind eine Untergattung der Im-Gang-Parker, Im-Weg-Rumsteher und Geschirr-im-Spülbecken-Absteller: Am Anfang der Rolltreppe stehenbleiben und hochgucken, ob sich die Fahrt lohnt. Am Ende der Rolltreppe stehenbleiben und erst einmal gucken, auf welche Seite man muss. Im Museum sich direkt vor das Bild stehen, und dann erst einmal in Ruhe im Katalog blättern, um was es geht. Bürostühle nicht wieder wegräumen, Türen und Fenster nicht wieder schließen, alles der gleiche Schlag! Mein ausgesprochenes Mitleid!

    Tanken mit PLZ? Beverly Hills 90210, weiß doch jeder, der vor euch aufgewachsen ist 😉

    Bei einer Fallhöhe von mehr als 180cm ist die Verletzungsgefahr durch Wassertropfen zu groß, die Amerikaner fahren da auf Sicherheit! Vielleicht ist es wie beim Klopapier, und die Amis haben eine andere Haarwaschtechnik?

    Deinen Autofahrer-Blues kann ich sowas von nachfühlen! Will man den Dortmunder Westenhellweg vom einen zum anderen Ende einfach nur zügig durchlaufen, bevorzugt samstags, hat man mit genau den gleichen Problemen zu kämpfen, nur halt mit Passanten statt Autos.

    • Joel 6. Oktober 2018 at 5:51 Antworten

      Also dass sich die Zeitzonen in Spanien und beim linksfahrenden Inselvolk unterscheiden, finde ich gar nicht so schlimm. Da ist ja immerhin noch Wasser zwischen.

      Das mit den Kommentaren war nicht beabsichtigt und wurde bereits korrigiert. Es ist theoretisch möglich die aktuellsten in jedem Beitrag anzuzeigen, aber ich finds nicht besonders schön.

      Über die aufgezählten Menschengattungen könnte ich natürlich auch noch schreiben, aber dann wären die Beiträge deutlich zu lang 😀

      Die genannte Postleitzahl kenn ich sogar auch! Bei der Eingabe einer Postleitzahl wär ich mir aber nicht sicher, ob die nicht vielleicht gesperrt wird, falls man da einfach irgendwas eingibt. Ist heutzutage bestimmt möglich.

      Zur Haarwaschtechnik gibt es dann aber keinen Wikipedia-Eintrag, aber ausgeschlossen ist das natürlich nicht.

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