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Yosemite

Von der Wüste in den Wald

Unser Canyonabenteuer endete so schnell wie es begonnen hatte, denn direkt nach der Tour durch den Antelope Canyon machten wir uns auf den Weg gen Westen. Unser Ziel war der Yosemite Nationalpark, der sich schlappe 11h Autofahrt entfernt befand. Um den Canyon ansehen zu können, waren wir nämlich erstmal 4h in die falsche Richtung gefahren. Aber was sind schon 4h Autofahrt in den USA?!

Dieser Trip gestaltete sich auch als interessanter als gedacht, mitten im Nirgendwo, bei völliger Dunkelheit, kann es nämlich durchaus vorkommen, dass auf einmal ganz unvermittelt eine Kuh am Straßenrand steht. Ohne Zaun! Da wir die 11h Autofahrt nicht am Stück hinter uns bringen wollten, legten wir ca. 2h entfernt vom Yosemite Park noch einen Stopp zum Übernachten ein.

In aller Frische konnten wir uns so am nächsten Tag in unser nächstes Abenteuer begeben. Und es dauerte auch tatsächlich gar nicht lange, bis wir ankamen. Allerdings hatten wir noch keine Unterkunft gebucht und alles was noch verfügbar war lag selbstverständlich auf der anderen Seite des Parks, weshalb wir erstmal durch den selbigen fuhren – und fuhren, und fuhren. Das Ding ist ziemlich groß.

Yosemite Nationalpark

Mist-Trail

Unsere Erkundungstour startete deshalb erst am nächsten Tag. Wir nahmen den Mist-Trail ausgehend von den Happy Isles in Richtung Vernal Falls. Jeder fragt sich jetzt bestimmt wieso wir uns nicht die Yosemite Falls angeschaut haben, schließlich sind wir ja in den Yosemite Park gefahren. Leider führten nicht alle Wasserfälle das ganze Jahr lang Wasser. Zu denen zählt eben auch der Yosemite Fall, wo der Strom zum Zeitpunkt der Schneeschmelze am stärksten ist und im Sommer weiter abschwächt und schließlich häufig ganz austrocknet. Solltet ihr auch mal in den Genuss kommen die spektakuläre Natur in den USA bewundern zu dürfen, empfehle ich daher auch in diesem Falle gründliche Recherche. Nicht nur, dass die Campingplätze schnell ausgebucht sind, zusätzlich sollte man sich überlegen, was man sich anschauen möchte und ob das zum Zeitpunkt der eigenen Reise möglich ist. Aber seid unbesorgt, es gibt zum Glück immer genügend beeindruckende und vielleicht ja sogar bessere Alternativen.

Ich will nicht lügen, der Weg nach oben war ganz schön anstrengend und ab und zu auch ein bisschen angsteinflößend. Ich hab es ja nicht so mit Abhängen und gehöre außerdem zu der Sorte von Menschen, die beim Treppen laufen immer auf ihre Füße gucken müssen, damit sie nicht hinfallen. Entsprechend war ich hochkonzentriert und habe mich lediglich hin und wieder mal durch eines der knuffigen Eichhörnchen ablenken lassen. Ich rede mir gerne ein, dass sie nur mit mir befreundet sein wollten und mit niemandem sonst.

Vernal Falls

2 Stunden, 1 Pause und ungefähr 8000 Stufen später wurden wir dann belohnt – der Wasserfall. Ich weiß nicht, was es mit Wasser auf sich hat, aber es hat immer etwas mystisches und besonderes an sich. Jedenfalls haben wir hier bestimmt 1-2h verbracht, um die Aussicht zu genießen und ein paar Dutzend Fotos zu machen.

Als wir uns schließlich losreißen konnten, ging es weiter hinauf. Ziel war es ja den Wasserfall zu erklimmen. Das Stückchen bis nach oben stellte sich nochmal als besonders herausfordernd heraus, aber für das Gefühl, es nach oben geschafft zu haben, lohnt es sich definitiv.

Zum Glück wussten wir, dank eines Vorfalls in der Woche zuvor auch, dass man sich besser nicht oberhalb des Wasserfalls hinstellt um Selfies zu machen. Besagter Vorfall endete nämlich mit einem Todesfall, der möglicherweise in näherer oder fernerer Zukunft für den Darwin-Award nominiert wird. Joel und ich sind uns nicht ganz sicher. Da wir keinerlei Absicht hegten unsere Reise vorzeitig zu beenden, haben wir uns auch hier wieder vorbildlich an Regeln und Verbote gehalten und sind weder in unmittelbarer Nähe des Wasserfalls noch im angrenzenden Emerald Pool schwimmen gegangen. Einige Leute können entweder kein Englisch oder wollen vielleicht auch unbedingt einen Darwin-Award gewinnen, man weiß es nicht. Jedenfalls scheinen nicht alle Leute so regelversessen zu sein wie wir.

Glacier Point

Von dort aus machten wir uns auf den Rückweg in Richtung Yosemite Valley. Mit dem Auto steuerten wir schließlich noch den Glacier Point an, wobei man die Konsequenzen von Nachlässigkeit in der Natur noch gut bestaunen kann.

Vom Glacier Point aus hat man dann dafür einen fantastischen Ausblick über den Park und auf den Half Dome. Wenn man ein Fernglas dabei hat, kann man von hier angeblich Kletterer sehen, die diesen erklimmen. Für das Klettern braucht man allerdings eine Sondergenehmigung, was Joel und ich nicht wussten, sonst hätten wir das natürlich auch gemacht.

Mariposa Grove

Der nächste Tag führte uns in den Mariposa Grove, wo sich eine Ansammlung von mehr als 500 Sequoias (Mammutbäume) befindet. Auch ein paar Babysequoias sind dabei, die nach dem Feuer von 2008 gewachsen sind.

Was ich mich natürlich gefragt habe, wenn ich dieses tolle Wasser trinke, wachse ich dann, wie Merry und Pippin durch das Wasser im Fangorn-Wald?

Tolumnew Maedows & Dog Lake

Im Anschluss fuhren wir zu den Tolumne Maedows, einer Art Weide. Hier starteten wir eine Wanderung zum Dog Lake, wo wir schließlich auch unsere Wildtiererfahrung machen konnten – nein keine Grizzlybären. Das ist aber vielleicht auch gut so. Unsere Informationen lauteten nämlich, dass man bei einer Begegnung mit einem Bären in möglichst großen Gruppen zusammenkommen oder sich so groß wie möglich machen soll. Dazu kann man beispielsweise mit den Armen fuchteln. Zusätzlich soll man viel Lärm machen. Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber ich fühl mich nicht so ganz wohl bei der Vorstellung einen riesigen Bären anzuschreien oder zu bewerfen. Deshalb war ich doch etwas erleichtert, dass wir nur ein Reh gesehen haben. Oder eine Hirschkuh? Bambi hat mich da total fehlinformiert.

Gegen Abend ging es für uns dann zu unserem nächsten Rastplatz. Zum Abschied noch ein paar Eindrücke vom Sonnenuntergang am Yosemite Park.


9 Kommentare zu “Yosemite

  • Anonymous 4. Oktober 2018 at 6:27 Antworten

    Huhu. Wie immer tolle Bilder. Sehr beeindruckend. Viel Spass und passt auf euch auf!

  • CLAUDI 4. Oktober 2018 at 14:37 Antworten

    Wie willst du dich grosssssssssssssssssssss MACHEN: MUSS DEIN MANN DICH HOCHHALTEN: SEHR BEEINDRUCKEND: ABER DEN WASSERFALL HAETTE ICH MIR GERNE LAENGER ANGESEHEN: DANKE DASS ICH DAS MIT EUCH TEILEN DARF: LIEBE EUCH

    • Jenni 5. Oktober 2018 at 20:57 Antworten

      Wenn du die dritte Taste von unten ganz links an der Tastatur nochmal drückst, schreibt dein Computer nicht mehr groß 😀 hab dich lieb!

  • K. O. 4. Oktober 2018 at 19:42 Antworten

    Hallo in Richtung Sonnenuntergang!

    Ungezäumte Kuh am Strassenrand ist ja gar nichts! In der Regel raffen Kühe das gar nicht, dass da kein Zaun ist, oder es war etwas Modernes, mit Lasern und so. Auf der Beerlage kann es dir passieren, dass plötzlich ein Schlachtschwein mitten auf der Straße steht, und so ein Schwein ist verdammt groß! Von Gary Larson gibt es übrigens einen netten Cartoon-Band, “Der Fluch der Madame <>” …

    Bist du das, Jenni, die da auf dem ersten Bild aus dem Auto guckt?! Deubel, hast du ein Frühmorgengesicht *staun* 😀 Gut, dass Sonnenschein ist 😀

    Sooo groß ist der Yosemite-Nationalpark nun auch nicht! Packt man das Saarland rein, bleibt gerade mal genug Platz für Bremen.

    Niagara nicht gesehen, Yosemite nicht gesehen, ansonsten aber alles Mist. Wenn das so trocken war, gab es vermutlich aber auch nicht so viel Mist, oder? Das hat die Natur aber schon praktisch eingerichtet, dass nicht alle Sehenswürdigkeiten ganzjährig sehenswert sind. Dann kommen die Leute auch wieder 🙂

    Krasse Natur, tolle Wasserfallbilder und wildes Eichhörchen! Scheint reichlich zutraulich zu sein, fast schon fordernd 😀 Gegen Tollwut seid ihr geimpft?!

    Nachdem ich gerade gelesen habe, dass der Vernal Fall knapp 100 Meter hoch ist, finde ich das Bild “Vernal Fall von oben” schon irgendwie schwindelerregend :-} Wasser hat tatsächlich etwas, auch wenn es nur 13 Sekunde Video waren, tausche ich gerne gegen de Lichterschau von Castle Grayskull (oder war es Hogwarts?!)

    Gut, dass ihr nicht auf den Wasserfall gekletter seid! Gerade gestern noch habe ich einen Artikel gelesen, dass “Selfie” eine zunehmende Todesursache ist, weil die Leute einfach nicht aufpassen 🙁 Gut, dass ihr nicht so dumm wie andere seid!

    Sind die Baumgerippe noch von den Waldbränden? Krass :-O

    Ok, geiles Berg- und Talpanorama, super Fernsicht, aber doch nicht so nah an den Abgrund! :}

    “Sequoiaquerschnitt mit Brandnarbe”, die Entdeckung der Dendrochronologie, 800 Jahre alter Baum. Das “Äffchen” merke ich mir einfach mal, falls es später zu raten ist, und bei der Baumtherapie frage ich mich, wer hier wen therapiert. Jenni scheint glücklich 🙂

    Das Wasser habt ihr hoffentlich probiert! Wenn Jenni auf den nächsten Bildern größer ist, hat es funktioniert. Wenn nicht, hat Joel auch davon getrunken, und das relativiert sich wieder 😉

    Maultierhirschkuh, würde ich sagen 😉

    Sonnenuntergangfotos ohne Sonne?! Das mit dem Berg und See ist trotzdem hübsch!

    Weiter so, bitte 🙂

    • Joel 5. Oktober 2018 at 5:26 Antworten

      Ich musste erst einmal kurz überlegen wofür K. steht

      Gegen Tollwut sind wir tatsächlich geimpft. Uns hat aber diesbezüglich keiner vor Eichhörnchen gewarnt.

      Ja Selfie-Tode sind schon tragisch, aber es zeigt mal wieder, dass die Dummheit und Geltungsbedürftigkeit der Menschen leider unendlich sind.

      Das “Äffchen” war die Dame selbst, da hab ich gar nichts mit zu tun. Und bei der Therapie wird natürlich der Umarmende therapiert. Bäume sind doch für ihre beruhigende Wirkung bekannt.

      Ich habe das Wasser nicht getrunken, daher werde ich das mal genau beobachten.

      Beim Sonnenuntergang ist ja nicht entscheidend, dass man die Sonne sieht, sondern das veränderte Licht. Daher ja, ohne Sonne!

      • O. K. 5. Oktober 2018 at 15:47 Antworten

        Das “K” stand natürlich für “Kommentar” 😉

        Werde dann mal versuchen, einen Marzipanbaumstamm zu umarmen. Habe das Gefühl, dass mich das glücklich machen wird Und dreckig. Wie das Eichhörnchen in der Suhle zum hinterrücksigen Sonnenuntergang. Oder so 😀

        *DU* hast das Wasser(!) nicht getrunken?! Trinkst du seit dem Vorfall mit dem Chlorwasser etwa nur noch Wasser ohne H2O??

        • Joel 5. Oktober 2018 at 21:06 Antworten

          Ja, ich versuche auf H20 zu verzichten. Ne, ich hatte einfach keinen Durst 😀

    • Jenni 5. Oktober 2018 at 20:56 Antworten

      Ich finde, dass ich nach einer Nacht im Auto noch ziemlich frisch aussehe. Beim Essen fotografiert man außerdem einfach nicht. Joel hat einfach keine Manieren.

      • Oliver G. 6. Oktober 2018 at 4:21 Antworten

        Mit vollem Mund sieht natürlich jeder etwas komisch aus, das ist ein Argument 🙂

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