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Liebe Grüße aus LA! Ja, wir haben immer noch einiges aufzuholen. Also keine Umschweife.

On the Road – Nevada, Utah, Arizona

Nachdem wir am Sonntag in Las Vegas unseren Van abgeholt hatten, machten wir uns auf den 4-stündigen Weg nach Page, Arizona. Wir (Ich) wollten einen Canyon sehen. Nicht den Canyon, den höchstwahrscheinlich jetzt alle automatisch im Kopf haben, denn Joels Meinung zu der ganzen Canyongeschichte ist, dass er gut darauf verzichten kann sich ein großes, langes Loch im Boden anzugucken.

Wer Las Vegas besuchen will, kann dort aber unbesorgt einen Helikopterflug oder eine Tour zum Grand Canyon buchen – wir haben uns sagen lassen, dass das günstiger ist als dieselbe Tour vor Ort zu buchen. Nicht von irgendwelchen Touranbietern in Las Vegas, sondern von Leuten, die das tatsächlich gemacht haben. Unglaubwürdige Infos würde ich euch hier ja nicht weitergeben.

Lower vs. Upper Antelope Canyon

Wir haben uns also nicht den Grand Canyon angeschaut, sondern sind stoisch daran vorbeigefahren, um stattdessen dem Antelope Canyon einen Besuch abzustatten. Genauer gesagt dem Lower Antelope Canyon. Logischerweise gibt es da noch den Upper Antelope Canyon, wobei der wesentliche Unterschied wohl im Namen liegt. Der Upper Antelope Canyon ist derjenige, auf den sich Personen üblicherweise beziehen, wenn sie von Antelope Canyon sprechen. Er ist dunkler und man hat darüber hinaus die Möglichkeit Lichtstrahlen zu sehen. Also Licht, das wie ein Spotlight durch den Canyon fällt. Der Lower Antelope Canyon sollte nach meiner Recherche dafür weniger überlaufen sein, weshalb wir uns für diesen entschieden hatten. Wenn das jedoch weniger überlaufen bedeutet, will ich nicht wissen, wie es im Upper Antelope Canyon zugeht. Doch dazu später mehr. Allein die Fahrt dorthin führt einen schon an beeindruckenden Landschaften vorbei.

Carcamping

Wir kamen gegen Abend in Page an und auf die Gefahr hin, dass unsere Eltern einen kleinen Schock bekommen, wir haben im Auto geschlafen. Allerdings auf einem Walmartparkplatz, wo wir uns zuvor mit einigen Campingutensilien eingedeckt haben. Ich muss wohl nicht erklären, dass das jetzt nicht der beste Schlaf unseres Lebens war, aber es hat doch alles ganz gut funktioniert.

Horseshoe Bend

Am nächsten morgen ging es für uns zum ca. 10 Minuten entfernten Horseshoe Bend. Hier fließt der Colorado River in Form eines Hufeisens durch die Landschaft – daher der Name. Keine Frage, bei Sonnenuntergang hätte das ganze mit Sicherheit noch viel beeindruckender ausgesehen aber wir sind hier in der Wüste und da wollen wir euch auch einen adäquaten Eindruck vermitteln. Sicherheitshalber steht am Parkplatz auch ein Schild, dass man pro Person bitte zwei Flaschen Wasser mitnehmen sollte. Joel und ich waren in Abenteuerlust und haben einfach mal nur eine Flasche für uns beide mitgenommen. No risk no fun! Der Weg ist etwas beschwerlich aber nicht zu lang, wir sind schätzungsweise 10 Minuten gelaufen. Es war tatsächlich ziemlich warm aber wir sind zum Glück mit unseren spärlichen Wasservorräten ausgekommen. Keine Fata Morganas weit und breit, was ich als positiv bewerten würde.

Lower Antelope Canyon

Für 11 Uhr hatten wir eine Tour bei einem der zwei zur Verfügung stehenden Anbieter zur Besichtigung des Lower Antelope Canyon gebucht. Wählen könnt ihr zwischen Ken’s Tours und Dixie Ellis Tours. Ich kann euch dazu keine Empfehlung geben, wir haben einfach dort gebucht, wo noch Plätze frei waren. Insgesamt kann ich euch nur raten, solche Touren und Nationalparkaufenthalte so früh wie möglich zu buchen.

Ich hatte mich zum Beispiel bezüglich der Havasupai-Wasserfälle informiert, um dann festzustellen, dass alle Termine für dieses Jahr seit Februar ausgebucht sind. Beim Antelope Canyon ist es nicht ganz so drastisch, trotzdem ist ein spontaner Trip eher schwierig, weshalb es durchaus passieren kann, dass man dann an der Kasse steht und die suuuuuper freundliche Dame einem erklärt, dass man gerne warten kann, ob jemand nicht kommt und wenn man Glück hat erklärt sie einem auch, dass man keine Rucksäcke oder Taschen mitnehmen darf. Nur eine Kamera/Smartphone und eine Flasche Wasser pro Person sind erlaubt. Videos sind verboten und wenn man erwischt wird kostet das 1500$.

Der Antelope Canyon liegt auf Navajoterritorium und die Touren werden daher auch von Navajo geführt. Viele solcher Naturspektakel liegen auf Gebiet, dass bestimmten Ureinwohnerstämmen heilig ist (auch die Havasupai-Wasserfälle). Sie sind daher befugt, über den Zugang zu selbigen zu verfügen, die Anzahl der Besucher zu begrenzen und schließlich den Preis für einen der begehrten Plätze festzulegen. Und das machen sie auch, eine einstündige Canyontour beispielsweise kostet für zwei Personen inklusive Steuern knapp 100€. Es ist nicht möglich den Canyon ohne Guide zu besuchen.

Zu Beginn der Tour bekommt man erstmal ein paar interessante Informationen über die Entstehung des Canyon. Tatsächlich regnet es in der Wüste anscheinend manchmal ziemlich heftig, wodurch der Stein geschliffen und geformt wird. Kaum zu glauben, oder? An einem solchen Tag sollte man lieber nicht in den Canyon gehen, denn die Wassermassen fluten die Gänge. Anschließend geht man eine ziemlich steile, Angst einflößende Treppe hinab in den Canyon. Ich hab ja kleine Füße, aber ich weiß nicht, wie Joel es geschafft hat nach unten zu kommen. Davon hätte ich euch gerne ein Foto gemacht, doch das Fotografieren auf den Treppen und sämtlichen Plattformen ist ebenfalls strengstens untersagt.

Leider ist’s auch gar nicht so leicht im Canyon immer und überall, wo man dies möchte und auch darf, Fotos zu machen. Denn ÜBERALL sind Menschen. Wir standen manchmal einfach im Stau. Natürlich ist der Besuch trotzdem super lohnenswert und die Landschaft ist mehr als beeindruckend. Allerdings darf man sich nicht der Illusion hingeben, dass man hier Platz hat und mehr oder weniger allein durch den Canyon huscht. Die Guides weisen einen vorher darauf hin, dass man pro Bild 5 Sekunden Zeit hat, da hinter einem schon die nächste Gruppe wartet. Wenn man zu langsam ist, hat man eben Pech.

Okay genug Geschwafel, die Bilder, die ich euch präsentieren werde sind schlicht so beeindruckend, dass Worte ihnen nicht gerecht werden.

P.S.: Ein Spotlight hab ich dann doch noch so halb erwischt. Bis bald von jedermanns Liebling – Joel!


7 Kommentare zu “Page

  • Heike 2. Oktober 2018 at 13:11 Antworten

    Wunderbare Schöpfung!
    Ich freue mich, dass ihr das live sehen konntet. 🙂

  • Oliver G. 2. Oktober 2018 at 15:34 Antworten

    Hallo ihr zwei!

    Wunderschönes Einstiegsbild! 🙂

    Ein großes langes Loch im Boden, also ungefähr so, als hätte jemand in den Sand gepieselt, nur halt viel, viel größer. Nein, das ist wirklich überbewertet 😀

    Den Lower Antelope Canyon kannte ich zwar von Fotos, aber nicht dem Namen nach, habe ich also wieder etwas gelernt auf eurer Bildungsreise! Das sind wirklich beeindruckende Sandsteine, so bunt und dann noch die Lichteffekte dazu!

    Die Hufeisenbiegung, naja, die Moselschleife bei Bremm ist ja auch nicht so übel 😉

    Auf eurem Foto vor der großen Schlucht mit euch zweien fällt mir auf, dass Joel es genau anders herum macht, als man sonst für gewöhnlich: Beine braun, Arme braun, Kopf weiß, hier hat man das ja eher umgekehrt: Kopf braun, Rest madenfarbig.

    Das Foto fullsizeoutput-r2d2 hätte jetzt aber auch ein hübsches Kussfoto von euch werden können, aber nein! Jenni himmelt Joel an, Joel setzt die Prioritäten völlig falsch und achtet darauf, dass der Fotograf die Kamera nicht klaut 😉

    Das Spotlight-Foto (die anderen sind vieeel schöner! Liegt nicht an Joels Abwesenheit, sondern am ausgewogenen Kontrast) sieht entweder aus nach “Spotify, strahl mich hoch”, oder aber nach “ich müsste da mal dringend eine Rinne in den Sand philosophieren” 😀 😉

    Freue mich schon auf den nächsten Reisebericht! 🙂

    • Joel 3. Oktober 2018 at 19:41 Antworten

      Mir ist gar nicht aufgefallen, dass mein Kopf so weiß aussieht. Liegt zum Glück nur am Licht, behaupte ich mal.

      Für das Kussfoto hat das Paar vor uns gesorgt, daher haben wir an dieser Stelle drauf verzichtet. Ich hätte aber gerne gesehen, wie der Fotograf versucht hätte die Kamera zu klauen. Bei maximal 1m breiten Gängen, gibt es da nur den Versuch nach oben zu klettern.

      Und apropos r2d2. Im Canyon gibt es auch eine Gesteinsform, die wie ein Stormtrooper-Helm aussieht. Ich find das Foto aber leider nicht mehr…

  • AKH 3. Oktober 2018 at 17:11 Antworten

    Dann will ich mich doch einmal als treue Leserin Eurer Einträge outen … 🙂 Es macht viel Spass zu lesen, zu gucken und auch ein wenig Fernweh zu entwickeln. Ihr seht auf alle Fälle sehr glücklich aus, und ich freue mich für Euch mit! Die Fotos und Texte sind unterhaltsam, interessant und hammermässig gut. Nur schade, dass Ihr wegen der vielen teuren Eintrittspreise bereits jetzt im Auto campieren müsst und womöglich Weihnachten schon wieder in Deutschland seid. Joel weiss ja, wo er wieder Geld ranschaffen könnte … 😉

    • Joel 3. Oktober 2018 at 19:54 Antworten

      Es ist wirklich schön auch mal wieder einen Kommentar von jemand anderem als unseren Müttern und Kollege Oliver zu lesen und das Gefühl zu haben, dass sich andere Leute dafür interessieren. (Soll nicht heißen, dass wir nicht froh über diese Kommentare sind, also schön weitermachen!) Ich hatte dich schon in einem meiner letzten Kommentare bei unserem “Las Vegas”-Beitrag erwähnt, falls du es noch nicht gesehen hast.

      Tatsächlich war unser USA-Aufenthalt deutlich teurer als wir eigentlich kalkuliert hatten, aber so schlimm, dass es nur bis Weihnachten reicht, ist es glücklicherweise noch nicht. Der Flug nach Neuseeland am 26.12. ist auch schon gebucht, da gibt es kein Zurück mehr. Aber wenn wir wieder zuhause sind, komm ich bestimmt drauf zurück.

  • Darilein 3. Oktober 2018 at 23:49 Antworten

    Oh mann, das ist ja echt schöööön! So etwas würde ich auch gerne mal sehen oder mit dem Hubschrauber drüber fliegen.
    Und ich lese jeden eurer Beiträge und freue mich sehr darüber, nur meistens nehme ich mir keine Zeit, um zu kommentieren. Aber jetzt schon 🙂
    Ihr Glücklichen seht echt eine Menge toller Sachen, aber ich freue mich auch sehr darüber, so eine Hitze nicht aushalten zu müssen. Hier ist der Herbst in vollem Gange und es ist sooo angenehm kühl geworden! Nix mehr mit 30 Grad in der Bude 😀

    • Joel 4. Oktober 2018 at 0:21 Antworten

      Es soll sich auch niemand genötigt fühlen, kommentieren zu müssen. 😉
      Solange es Menschen lesen und sich einigermaßen unterhalten fühlen, sind wir zufrieden. Ist nur einfacher das zu erfahren, wenn man ab und zu mal eine Rückmeldung bekommt 🙂

      Gut, dass du durch unsere Reise auch die positiven Seiten am Nicht-Reisen erkennst. Und dafür war nicht mal eine weitere Aufzählung der schlechten Dinge nötig. Damit haben wir ja schon mal ein Ziel erreicht.

      Seit ca. 2 Wochen sind wir aber auch nicht mehr allzu großer Hitze ausgesetzt. So 21-26 Grad sind schon ganz angenehm.

      Liebe Grüße an den Rest der Eppendorfer Bande

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