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Orlando

 

Hey, hey! Entschuldigt unser langes Schweigen. Für diejenigen, die sich vielleicht gesorgt haben, dass die Stille auf unserem Blog Florence geschuldet ist: keine Sorge. Wir sind schon seit mehr als einer Woche nicht mehr an der Ostküste und sind dem Hurrikan daher glücklicherweise früh genug entkommen. In der letzten Woche waren wir im Nirgendwo unterwegs und im Nirgendwo ist das Internet noch nicht angekommen. Deshalb sind wir momentan ein bisschen im Verzug mit unserer Berichterstattung, bemühen uns aber das zügig aufzuholen. Wir machen chronologisch weiter.

Willkommen in Orlando, wo Spaß DAS Geschäft ist!

Die Existenzberechtigung der Stadt Orlando liegt wohl darin, dass sie es vermag jedermann (oder eben jederfrau) in mindestens eines der cineastischen Abenteuer hineinzuversetzen, die ihn oder sie schon immer begeistern. Denn die Stadt selbst ist ehrlich gesagt nicht besonders schön. Aber du wolltest schon immer mal nach King Kong suchen? Kein Problem, hier bist du richtig. Die Suche nach der Wunderlampe ist ein wichtiger Schritt in deinem 5-Jahres-Plan? Hier findest du Gleichgesinnte. Du trainierst seit du denken kannst dafür mit den Disneyprinzessinnen um die Wette zu tanzen? Die Konkurrenz wartet in Orlando auf dich. Einmal Jurassic World zu sehen, das wäre das Beste, was dir je passieren könnte? Orlando bringt dich hin. 

Sind wir mal ehrlich, das Design dieser Stadt ermöglicht möglichst viel Vergnügen – für möglichst viel Geld! Und wie schafft Orlando es, trotz der – nach dem was wir beurteilen können – eher mäßigen Freizeitparks, so viel Geld zu verdienen? Tja, genau wie oben erwähnt – hier werden Kindheitsträume und Superheldenfantasien bedient. 

Reisen mit Amtrak

Aber zurück zum Anfang. Wir erreichten Orlando an einem frühen Mittwochnachmittag, nachdem wir um 4:50 Uhr mit dem Zug (Amtrak) Charleston verlassen hatten. Wir hatten uns für den Zug entschieden, weil wir euch natürlich eine möglichst umfassende Evaluation aller nutzbaren Verkehrsmittel zur Verfügung stellen möchten. Ein erster Hinweis auf das, was uns erwarten würde ergab sich schon im Gespräch mit unserem Lyft-Fahrer. Über die Apps Lyft und Uber kann man sozusagen private Taxifahrer bestellen. Jedenfalls war unser Fahrer offensichtlich ein echter Amerikaner, denn er trug einen Cowboyhut. Wir gerieten mit ihm in ein nettes Gespräch und als er hörte, dass unsere Reise uns erst nach Orlando und dann nach Las Vegas führen würde, merkte er an, dass wir in Las Vegas wohl nicht so viel Geld verlieren würden wie in Orlando. In Orlando sei man darauf spezialisiert, den Leuten das Geld abzunehmen. 

Unsere Zugfahrt stellte sich als recht komfortabel heraus, auch wenn gewisse Unterschiede zur Deutschen Bahn nicht unbemerkt blieben. Zum einen war der Bahnhof sehr viel kleiner als zum Beispiel der Bochumer Hauptbahnhof. Charleston hat im etwa so viele Einwohner wie Bochum. Innen sind die Züge sehr geräumig, man hat also wirklich viel Platz, um sich zum Schlafen auszubreiten. Das ist wohl den doch ziemlich großen Distanzen in den USA geschuldet. Allerdings hupt der Zug aus irgendwelchen Gründen gefühlt alle zwei Minuten. Nicht nur einmal, was schlafen dann doch irgendwie schwieriger macht. 

Nach circa 8 Stunden Fahrt erreichten wir dann endlich unser Ziel. Wie nicht anders zu erwarten war es ziemlich warm und vor allem schwül. Kurz bevor wir angekommen waren, hatte es geregnet, was die Luftfeuchtigkeit auf ungefähr 1000% ansteigen ließ. Unsere Unterkunft lag in einer „guarded community“. Das bedeutet genau genommen, dass um alle Häuser, die zu dieser Siedlung gehören, ein Zaun gezogen wurde. Da wir von unserem Trip ziemlich gerädert waren und am nächsten Tag direkt die erste Attraktion auf uns wartete, ließen wir unseren Ankunftstag eher ruhig angehen. Wir richteten uns häuslich ein und erledigten ein paar Einkaufe.

Island of Adventures

Am nächsten Tag mussten wir wieder mitten in der Nacht aufstehen. Um 8 Uhr morgens!!! Der Tag war reserviert für einen Besuch der Island of Adventures, einem der Themenparks der Universal Studios Orlando und der #1-Themenpark der Welt. Wir wollten eigentlich mit dem Bus hinfahren, aber da Busfahrpläne hier anscheinend eher als grobe Orientierung zu verstehen sind, haben wir uns nach einer Viertelstunde Wartezeit dazu entschlossen einen Lyft zu bestellen. Wir waren ja nicht so früh aufgestanden, um dann mit Verspätung am Park anzukommen. Die Universal Studios und Island of Adventure liegen nebeneinander. Joel hat in seinem letzten Beitrag schon ein bisschen was zu unseren Erlebnissen erzählt aber ich möchte euch trotzdem einen detaillierteren Eindruck geben. Um zum Park zu gelangen, muss man zunächst eine Sicherheitskontrolle passieren. Wir hatten glücklicherweise keine Schusswaffen dabei, weshalb wir eintreten durften. Soweit so gut. Danach ist man allerdings noch lange nicht im Park selbst angekommen, sondern man pläuft über den Universal Walk. Eine Straße, die nur dazu geschaffen wurde Spaß zu haben – und sein Geld auszugeben. Souvenirgeschäfte, Kinos, Restaurants eine eigene Bowlingbahn, hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Wirklich, wer hier mal Ferien macht muss die Anlage niemals verlassen. Wir ließen das alles hinter uns und betraten die Island of Adventure. Unser erster Weg führte uns zum Hulk, einer Achterbahn. Wie Joel bereits erklärt hat, mussten wir dazu zunächst unseren Rucksack in einem Spind einschließen. Nachdem wir eine weitere Sicherheitskontrolle hinter uns gebracht hatten – das Motto scheint hier zu sein: sicher ist sicher – warteten wir in dem Kernreaktorlaborähnlichen Raum. Was an diesem Park wirklich cool ist, er ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Auf der Achterbahn selbst konnten wir natürlich kein Video für euch machen aber wir haben mal versucht von außen einen Eindruck zu gewinnen. Wer übrigens auch gerne mal Hulk fahren möchte, sich aber den Trip nach Orlando nicht leisten kann oder will, dem können wir Taron im Phantasialand nur empfehlen. Hier fehlt zwar das grüne Monster aber in Bezug auf das Fahrerlebnis ist es doch sehr ähnlich.

Wir folgten im Anschluss der Straße vorbei an sämtlichen Superheldenfahrgeschäften, als plötzlich Spiderman, Wolverine und Co. an uns vorbei düsten. Ich hätte euch die anderen auch noch aufzählen können aber ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung wer das sein sollte. Shame on me! Wir befanden uns auf dem Weg in ein gefährliches Abenteuer. Jurassic Park. Aber wir mussten das Risiko von einem T-Rex gefressen zu werden leider auf uns nehmen, denn hinter Jurassic Park wartet der wichtigste Teil des Parks, mein neues zu Hause: Hogwarts. Wir hätten auch in die andere Richtung laufen können aber das erschien uns dann doch etwas zu anstrengend. Nachdem wir die Gefahrenzone hinter uns gelassen und zwischendurch ein Abenteuer auf der Suche nach King Kong bewältigt hatten, sahen wir es endlich. Die spitzen Dächer des magischsten Dorfes der Welt – Hogsmeade. Wir reisten mit Harry, Ron und Hermine in eine Partie Quidditch und besuchten anschließend als Belohnung für das gelungene Spiel den Honigtopf. Da Schokofrösche in letzter Zeit aber ziemlich teuer geworden sind, haben wir uns keinen gekauft. Ich hatte auch ein bisschen Angst, dass meiner mir wegspringt, auch wenn die ja bekanntlich nur einen richtigen Sprung schaffen. Okay, Nerdmodus aus. Der einzige Wehmutstropfen lag für mich darin, dass der Hogwartesexpress nur benutzt werden kann, wenn man am selben Tag auch den anderen Park besucht. Sie wissen schon wie man Geld verdient.

Danach machten wir eine kurze Pause, um auf der Karte nachzuschauen, welche Achterbahn wir denn als nächstes bewältigen könnten. Dabei stellten wir doch etwas überrascht fest, dass wir schon alle Achterbahnen erlebt hatten. Ich kann hier nur nochmal betonen, dass das Phantasialand um einiges günstiger ist und irgendwie doch mehr actionreiche Fahrgeschäfte zu bieten hat. Wenn man diesen Park besucht, dann auf jeden Fall nicht für den Adrenalinkick. Wir waren jedenfalls ziemlich enttäuscht und würden dafür nicht nochmal so viel Geld ausgeben. Wir haben danach noch ein paar Wasserbahnen besucht, die dann zum Glück doch noch ziemlich witzig waren. Eine Lektion haben wir dabei gelernt: wenn auf einem Schuld steht, dass man klatschnass wird, dann bedeutet das klatschnass! Und zwar jeder, es gibt keinen der verschont wird. In einer Wasserbahn saßen wir gemütlich in unserem runden Bötchen und dann wurde jedem von oben einfach Wasser auf den Kopf gekippt. Ich möchte euch einen Eindruck verschaffen, welche Konsequenzen das hatte.

Nachdem wir dann noch irgendwie zwei Stunden totgeschlagen hattenen, schauten wir uns die Lichtershow am Schloss an. Joel hat euch das schon gezeigt aber da das mein persönliches Highlight war und es einfach so schön ist, könnt ihr es euch hier noch einmal anschauen.

Alabama vs. Louisville

Das Wochenende nutzten wir um uns Downtown Orlando anzuschauen. Wie bereits erwähnt, ist die Stadt nicht besonders schön. Sie ist auch nicht hässlich, aber eben nichts besonderes. Am Samstag wurden Vorbereitungen für ein Straßenfest getroffen, da am Montag Labourday – Tag der Arbeit – war. Uns fiel auf, dass ziemlich viele Leute mit Alabamatrikots durch die Gegend liefen und fanden heraus, dass am Abend ein Collegefootballspiel stattfand. Kurzer Hand entschlossen wir uns Tickets dafür zu kaufen. Das war wirklich eine andere Welt. Alabama ist anscheinend seit einigen Jahren besonders erfolgreich und hat mehrere Jahre in Folge die Meisterschaften gewonnen. Da dieses Spiel das erste der neuen Saison war, fand ein richtiges Fanfest vor dem Stadion statt. Die Fans waren mit Campingbussen angereist und an jedem zweiten fand eine kleine Barbecueparty statt. Was uns bislang ein Rätsel ist, ist wieso einem der Deckel einer Flasche nicht gegeben wird, wenn man beispielsweise eine Cola kauft.

Das Spiel selbst war eher mäßig interessant, Alabama hat gegen Louisville mit ungefähr 100:7 gewonnen. Aber alles was davor und in der Halbzeit passiert ist war faszinierend. Das Spiel beginnt mit der Hymne und endlich bekamen wir mal eine angemessene Portion Patriotismus zu Gesicht.

Die Blaskapellen der beiden Teams liefern in der Halbzeit außerdem eine Show. Ich persönlich schaffe es ja nicht mal eine Nachricht zu schreiben und meinem Gegenüber dabei zuzuhören aber für diese Jungs und Mädels ist es kein Problem ihr Instrument zu spielen und dabei eine Choreographie auf den Rasen zu legen.

Volcano Bay

Ein weiteres Highlight unseres Orlando-Trips, war der Besuch von Volcano Bay, dem Wasserpark. Joel hatte sich darauf gefreut wie ein kleines Kind, aber da die Island of Adventures eher mäßig begeistern konnte, war die Vorfreude etwas getrübt. Was vielleicht gut war, denn so konnten unsere Erwartungen übertroffen werden. Es war wirklich ein fantastischer Tag, nicht zuletzt weil der schlechten Wettervorhersage zum Trotz den ganzen Tag die Sonne schien, was für den Besuch eines Wasserparks natürlich nicht unerheblich ist. Volcano Bay verfügt im übrigen über die einzige Wasserachterbahn der Welt. Die größte Mutprobe besteht allerdings in den Drop-Doors. Das sind im wahrsten Sinne des Wortes Wasserrutschen, in die man sich oben reinstellt. Dann schließt sich die Tür und man wird durch eine Falltür in die Wasserrutsche fallen gelassen. Wie das aussieht, wollen wir euch natürlich auch nicht vorenthalten.


3 Kommentare zu “Orlando

  • Oliver G. 18. September 2018 at 15:55 Antworten

    Eine Zugfahrt, die ist lustig, eine Zugfahrt die ist … doch halt! Was ist das?! The Green Lantern? Der grüne Bogenschütze? Nein! Es ist Green Mummy on the Hogwarts Express! 😀

    Hallo Ihr zwei Amerikadurchreisenden!

    Vermutlich hupt der Zug alle zwei Minuten, weil alle zwei Minuten ein unbeschrankter Bahnübergang kommt … Oder, die Scheinwerfer waren kaputt, und er wollte auf sich aufmerksam machen 😉

    “… mitten in der Nacht aufstehen. Um 8 Uhr morgens!!!” Das ist hart >;->

    Wie zwei begossene Pudel, seht ihr aus, aber mit Baden ohne Badeklamotten hattet ihr ja schon an der Ostküste Erfahrung gemacht 😀 Anders als bei dir, Jenni, mus s man bei Joel allerdings anerkennend bemerken: Die Frisur sitzt!

    Ok, alle meine Superhelden sind versammelt, Spiderman ist dabei, aber gibt es denn auch den Doktor?! Wenn nicht, ist das alles nicht komplett! 🙂 Und ich meine nicht Dr. Strange 😉

    Die Flaschendeckel bekommt ihr nicht, weil die a) schwerer aufzusammeln sind, weil die Amis alles wegschmeißen, und weil b) so die Kohlensäure schneller rausgeht, und ihr nachkaufen müsst, und weil c) die Amis sich sonst an den Deckeln verschlucken könnten, und dann gibt das wieder die großen Klagen.

    Blubb, weg war er 😀 😀 😀 War die Mumienhaltung Vorschrift bei der Fallaktion?!

    Habe mir den Abgang jetzt mal in 10facher Verlangsamung angesehen, Joel sieht sehr überrascht aus, gelle Joel? 🙂

    • Joel 21. September 2018 at 18:23 Antworten

      Bislang hab ich als Huldigung des Doktors nur das Tardis-Auto gesehen. Vielleicht sind britische Serien hier nicht so beliebt.

      Auf Erklärung b) für das Fehlen des Deckels sind wir auch gekommen. C) hört sich allerdings noch plausibler an.

      Die Mumienhaltung war aus Sicherheitsgründen vorgegeben. Und ja, es ist durchaus überraschend und unangenehm, wenn der Boden unter einem weggeklappt wird.

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