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Charleston

Welcome to Holy City!

Charleston – auch genannt Holy City – ist eine ehemalige Kolonialstadt. Sie wurde 1670 gegründet und nach dem damaligen englischen König benannt. Lange Zeit zählte sie zu den größten Städten des Landes und war Dreh- und Angelpunkt des Sklavenhandels im Süden der Vereinigten Staaten von Amerika. Diese historische Rolle ist auch heute noch spürbar, da man in Charleston gefühlt an jeder zweiten Ecke eine Plantage besichtigen kann. Zu den bekanntesten zählen beispielsweise Boone Hall (wo unter anderem Dreharbeiten zum Film “Wie ein einziger Tag” stattgefunden haben) und die Magnolia Plantation. Es gibt aber wirklich unzählige weitere und ich bin mir sicher, dass jede davon einen Besuch wert ist. Ihren Beinamen Holy City trägt die Stadt übrigens auch aufgrund der zahlreichen Kirchtürme der Stadt, die vor allem Seeleuten früher als Wegweiser gedient haben.

Vom 25.-29.08. war unser Ziel demnach eine Stadt mit ganz schön viel Geschichte. Ich war wirklich gespannt, denn ungefähr jeder, den ich kenne oder jemals getroffen habe, der schonmal in Charleston gewesen ist, hatte mir vorab mehrfach versichert, dass wir uns Charleston auf keinen Fall entgehen lassen dürfen (liebe Grüße an Caro). Was soll ich sagen – sie hatten alle recht! Charleston hat uns beiden unglaublich gut gefallen. Die Straßen sind so bunt und haben so viel Charme, es macht einfach Spaß durch diese Stadt zu laufen. Die ganzen bunten kleinen Häuschen sorgen für gute Laune. Ihr könnt das daran erkennen, dass Joel auf den Fotos glücklich aussieht.

Downtown Charleston

Am ersten Tag in Charleston verschlug es uns direkt nach Downtown. Hier liegt der historische Kern der Stadt. Die Kingstreet (wieso heißen diese historischen Straßen immer Kingstreet?) ist eine Aneinanderreihung historischer Häuschen in denen sich diverse Modegeschäfte, Restaurants und allerlei andere Vertreiber kurioser Artikel niedergelassen haben. Shoppen hätte hier bestimmt Spaß gemacht, allerdings passt in den Rucksack leider nicht mehr so richtig irgendwas rein – shame! Passenderweise fing es dann irgendwann an zu regnen, weshalb wir uns erstmal eine Weile unterstellen mussten. Denn wenn es hier regnet, dann anscheinend richtig!

Auf dem folgenden, kreativ gestalteten Foto könnt ihr eine der zahlreichen Kirchen betrachten, denen die Holy City ihren Namen zu verdanken hat. Hierbei handelt es sich um St. Michaels Church, die besonders charakteristisch und daher auch auf den meisten Postkarten zu finden ist.

East Bay Street – Rainbow Row

Als der Regen schließlich etwas nachgelassen hatte und wir unsere Erkundungstour fortsetzen konnten, erreichten wir die East Bay Street. Hierbei handelt es sich um die wahrscheinlich fröhlichste Straße der Welt. Jeder, der wie ich ein bisschen Pipi Langstrumpf im Herzen trägt, fühlt sich hier sofort wohl und möchte am liebsten direkt einziehen. Denn hier befindet sich eine Aneinanderreihung hübscher, in Pastelltönen gestrichener Häuschen – die Rainbow Row. Eine Theorie dazu lautet, dass betrunkene Seeleute früher so ihre Häuser besser wiederfinden konnten. Ich persönlich finde es brillant, das Schöne auf diese Weise mit dem Praktischen zu verbinden. Bunte, hübsche Häuser findet man in Charleston jedenfalls wie Sand am Meer, aber diese Häuserreihe sorgt einfach für besonders gute Laune.

Direkt um die Ecke liegt dann der Waterfront Park. Hier kann man gemütlich am Wasser entlang flanieren, was wir dann auch gemacht haben. Bei 33 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von rund 3000% stellt man sich eben bei jedem Baum unter, den man finden kann.

Holycity Brewery

Nach einem entspannten Start in den Folgetag machten wir uns am frühen Abend auf den Weg zur Holycity Brewery. Die Idee zu einer Brauereibesichtigung kam uns in D.C.. Unserer Gastgeber, selbst Deutscher, versicherte uns, dass Deutsche auch gerne mal was umsonst bekommen, weil man möchte, dass wahre Bierkenner das eigene Bier loben. Entweder sehen wir nicht aus wie Bierkenner oder wir hatten einfach Pech, es hat jedenfalls nicht funktioniert. Trotzdem hatten wir einen lustigen Abend und haben das Probier-Angebot der Brauerei genutzt. Dabei kann man vier Sorten in kleinen Gläschen bestellen. Neben Deutschem Pils (quasi Kölsch) hatten wir noch ein Hibiskus-, ein Kiwi- und ein paar andere Sorten Bier.

Wer mir jetzt nicht glauben will, dass Joel tatsächlich Bier getrunken hat: keine Sorge Freunde, ich war mir natürlich die ganze Zeit darüber im Klaren, wie weit hergeholt das klingen würde und habe daher in weiser Voraussicht ein Beweisvideo erstellt.

Magnolia Plantation

Unseren letzten Tag verbrachten wir damit uns eine der unzähligen Plantagen vor Ort anzuschauen. Unsere – oder viel mehr meine – Wahl fiel dabei auf die Magnolia Plantation. Diese ist insbesondere für ihre wunderschönen Gärten und ihre Azaleen berühmt. Natürlich ist der Frühling daher besonders empfehlenswert, doch auch ein Besuch im Sommer lohnt sich. Lasst mich euch mitnehmen in eine verzauberte Märchenwaldwelt.

Voller Mücken. Wirklich Mücken überall (Melanie, wenn ich von Mücken spreche, meine ich die stechenden Fliegen). Da überall kleine Seen angelegt sind, ist das nicht weiter verwunderlich. Mit einem solchen Mosquitossaker hatte ich trotzdem einfach nicht gerechnet. Ich meine normalerweise haben Mücken immerhin den Anstand nachts zuzuschlagen.  Klangheimlich und geschützt durch den Mantel der Dunkelheit. Das sind die Regeln. Aber hier hat sich ernsthaft ein besonders vorwitziges Exemplar ganz seelenruhig, in völliger Dreistigkeit mitten in mein Gesicht gesetzt. Zwar war das ihre letzte Amtshandlung, allerdings ist es schon ein bisschen blöd, wenn man sich selbst eine Ohrfeige verpassen muss. Daher würde ich, sollte es euch auch mal hierher verschlagen, dringend empfehlen einen ganzen Rucksack voller Autan mitzunehmen. Oder wahlweise vorab eine Stunde lang darin zu baden.

Neben den Gärten kann man auf der Magnolia Plantation auch das Plantagenhaus besichtigen: Besonders schön ist, dass dieses noch in originalem Zustand erhalten ist. Auch eine Tour durch die ehemaligen Sklavenunterkünfte kann zusätzlich gebucht werden.

Da wir eher an der Agrarkultur der Reispflanze interessiert sind, entschieden wir uns jedoch dafür eine Bootstour durch selbige zu machen. Das hatte aber nichts damit zu tun, dass wir, wie diese anderen Banausen, unbedingt Aligatoren sehen wollten. Wir haben dabei zum Beispiel gelernt, dass man sich auf der Plantage ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem auf der Basis der unterschiedlichen Dichte von Salz- und Süßwasser ausgedacht hat. Salzwasser richtet nämlich anscheinend Reispflanzen zugrunde. Wenn auch für uns eher uninteressant, haben wir außerdem erfahren, dass Aligatorenmamas super aufopfernde Tiere sind und ein ganzes Jahr auf ihre Babys aufpassen. Während dieser Zeit fressen sie zwar auch ab und zu die Babys anderer Aligatorenmamas aber hey, niemand ist schließlich perfekt. Und überhaupt, wenn die nicht richtig aufpassen sind sie auch selbst schuld.

So zum Abschied einen lieben Gruß von unserem neuen Freund. Nächste Woche gehts dann weiter mit News aus Orlando.


2 Kommentare zu “Charleston

  • Oliver G. 9. September 2018 at 5:19 Antworten

    Hallo ihr zwei,

    da ist die Jenni mit ihrem textuellen Charleston-Tanz doch fast untergegangen, weil Joels Shitshow weiter oben steht. Ab und zu muss man halt einfach mal scrollen 😀

    “… nach dem damaligen englischen König benannt …” Ja und wie hießt der nun?! 😉 1670 ist nach Cromwell, also wohl Charles II., King of Bling, denn Charles III., König in Spe, war noch nicht geboren.

    Die historischen Straßen heißen Kingstreet, weil das damals üblich war (wie Kaiserstraße in Deutschland), und alle neueren Straßen sind nach 1776, da gibt es keine Kingstreets mehr. Die haben doch aus Heimweh bzw. nach Geldgeber ganze Kolonien nach ihren Königen bekannt: Virginia nach König Virgin I., Georgia nach Georg II., Carolina, sollte mich jetzt nicht wundern, tatsächlich, auch nach Karl benannt, hier aber wohl Karl I., “the one who lost his head”.

    St. Michael’s Church scheint sich nicht nur für wunderschöne Fotos (super! 🙂 ) zu eignen, sondern auch als Unterstand, um von dort den Regen zu filmen 😀 Hat euch die Polizei von dort vertrieben? 😉

    Bei der hohen Luftfeuchtigkeit seht ihr aber noch richtig entspannt aus auf den Fotos, scheint euch also trotzdem gefallen zu haben. Wieder schöne Fotos, auch die, die Joel gemacht hat, Ehre, wem Ehre gebührt 🙂

    Kiwi- und Hibiskus-Bier?! Welches davon hat Joel den leicht zweifelnden Ausdruck nach der eher weinprobenartigen Verköstigung des Bieres auf das Gesicht gezaubert?!

    Der einzige Tippfehler “Folgetsg” ist übrigens im Absatz über die Bierprobe 😉

    Der Magnolienpark sieht auch sehr hübsch aus, allerdings musste ich das eine Foto groß machen, um zu erkennen, dass Jenni nicht wie Sterntaler unter einem Baum steht, der Gespinstmottenraupen zum Opfer gefallen ist! In der Vergrößerung sieht es nach einem Baum aus, der einem Spagetti-Angriff zum Opfer gefallen ist 😉

    Nach Haien, Wildpferden und Alligatoren kommen als nächstes dann wohl Seekühe und Flamingos. Ich bleibe gespannt und wünsche euch weiter viel Vergnügen! 🙂

    • Joel 9. September 2018 at 8:04 Antworten

      Bei den Spaghettis handelt es sich übrigens um “Spanish Moss” bzw. Tillandsia usneoides, auch bekannt als Louisianamoos.

      Das heißt so, weil die fanden, dass das aussieht wie die Spanier mit ihren Bärten. Es ist übrigens kein Parasit, sondern eine eigene Pflanze, die sich von Wasser und Nährstoffen aus der Luft ernährt.

      Unter anderem Henry Ford hat das Gestrüpp früher für die Polsterung von Sitzen genutzt, bis die Leute sich beschwert haben, dass sie gepiekst wurden. Das waren dann die Wanzen oder andere Insekten, die sich darin eingenistet hatten.

      *Klugscheißermodus aus*

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