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Ostküste

Virginia Beach, Beaufort und Myrtle Beach

Am Ende unserer Zeit in D.C. waren wir zwar schon beinahe drei Wochen unterwegs, allerdings begann unser eigentlicher Roadtrip erst zu diesem Zeitpunkt. Wir hatten uns ein Auto gemietet, um auf unserem Weg nach Florida ein bisschen die Ostküste entlang zu düsen. Lasst mich euch erklären, wieso das auf unterschiedliche Art und Weise Probleme verursachte.

Roadtrip an der Ostküste

Wie allgemein bekannt ist, hat Joel seinen Führerschein erst erworben, als mit Personenkraftwagen bereits erste Flugversuche unternommen wurden. Ich dagegen kann mit meiner knapp 1,5 Jahre längeren Fahrerfahrung natürlich als viel versiertere Autofahrerin betrachtet werden. Logischerweise bin ich daher auch die naheliegende Wahl, was die Führung eines Kraftfahrzeugs im Ausland angeht. Außerdem ist das Auto eben günstiger, wenn man schon 25 ist.

Das Problem bestand für mich also darin, dass ich alleine die doch etwas längeren Distanzen in den USA bewältigen musste. Für Joel dagegen lag das Hauptproblem darin, dass ich mich an Geschwindigkeitsvorgaben halte und darin, dass ich die Anweisungen des Navigationssystems immer nochmal hinterfragt habe. Aber Leute, jetzt mal ehrlich, hier herrscht zwar auch Rechtsverkehr, trotzdem muss man sich an den Straßenverkehr doch erstmal gewöhnen. Der Gewöhnungsprozess begann für mich beim Automatikgetriebe und ging damit weiter, dass Verkehrsregeln hier teilweise doch eher als Richtlinien, denn als Vorschriften interpretiert werden. Durchgezogene Linien darf man anscheinend auch irgendwie überqueren. Oder vielleicht darf man es auch nicht aber es machen trotzdem alle. Im Sinne der Assimilation, habe ich daher versucht mich einigermaßen anzupassen.

Virginia Beach

Unser erster Stopp war Virginia Beach, wo wir zwei Tage verbrachten. Außer faul am Strand rumzuliegen haben wir nicht viel unternommen. Solltet ihr auch mal in Virginia Beach verweilen, können wir euch neben dem Hauptstrand Croatan Beach empfehlen. Der Strandabschnitt ist relativ schmal, aber nicht so touristisch.

Beaufort, North Carolina

Weiter ging es nach Beaufort, North Carolina. Am Abend unserer Ankunft wollten wir nach dem Essen noch ein bisschen den Strand auskundschaften. Wir fuhren also gemütlich in der Dämmerung in Richtung Strand, als plötzlich ein Piepsignal ertönte und der super Hightech-Computer des Autos anzeigte, dass der hintere rechte Reifen Luft verlor. Wir parkten das Auto und stellten fest: Nagel im Reifen. Tja, also kein Strand bei Sonnenuntergang für uns, sondern Google Maps nach einer Werkstatt suchen lassen. Tatsächlich haben wir auch eine gefunden, die noch offen hatte. Natürlich konnte das nicht tagsüber passieren, wär ja langweilig.

Als wir bei der Werkstatt angekommen waren, stellten wir dann leider fest, dass Google anscheinend doch nicht alles weiß. Wir landeten nämlich in einem dunklen, nahezu unbeleuchteten Hof. Das war zum Glück gar nicht gruselig oder so, weshalb es auch gar kein Problem war, den einen Typen der da noch rumlief zu fragen, was denn bitte schön mit der Werkstatt los war. Der gute Shawn hat uns dann zu Walmart geschickt, weil die anscheinend auch einen Reparaturservice für Autos anbieten. Leider kam ich erst auf dem Parkplatz von Walmart auf die Idee, dass wir vielleicht vorher mal bei unserem Autovermieter anrufen und die Vorgehensweise in einem solchen Fall erfragen sollten. Die lieben Leute haben uns dann wieder nach Hause geschickt, nachdem wir nicht so richtig für den Vorschlag zu begeistern waren noch eine Stunde, im Dunkeln, mit Schraube im Reifen zum nächsten Flughafen zu gurken.

Neuer Morgen, neues Glück?

Am nächsten Morgen waren wir daher dann früh raus aus den Federn, weil wir in der lokalen Station von Budget (unserem Autovermieter) unser Auto umtauschen wollten. Die hatte nämlich leider am Vorabend schon zu. Natürlich gab es dort aber keinen passenden Wagen zum Tausch, netterweise hätten wir aber einen kleineren nehmen können. Natürlich zum selben Preis. Wir haben uns dann aber einfach mal dagegen entschieden dieses großzügige Angebot anzunehmen und sind stattdessen dann doch abends zum nächsten Flughafen gefahren. War so aber viel lustiger, als wenn man uns einfach am Abend des Geschehens schon gesagt hätte, dass es vor Ort kein passendes Fahrzeug gibt. Man sollte ja meinen, dass  so etwas im Zeitalter des Computers im System ersichtlich sein müsste aber vielleicht dachten die Leute auch einfach wir hätten noch nicht genug von North Carolina gesehen.

Cape Lookout

Okay genug gemeckert, dafür haben wir ja eigentlich Joel und ich bin sicher dazu werdet ihr auch noch was hören. Wir nutzten den früh angebrochenen Tag, um einen der ältesten National Parks der USA zu besichtigen. Dieser Nationalpark umfasst einige Inseln, die vor der Küste liegen. Dazu zählen beispielsweise Cape Lookout und Shackleford. Um dort hin zu gelangen, fährt man von Beaufort nach Hakers Island, was, wie der Name schon verrät, ebenfalls eine Insel aber mit dem Auto zu erreichen ist. Von dort kann man für 17$ mit dem Boot je eine der beiden Inseln erreichen. Wir entschieden uns für Cape Lookout, ohne speziellen Grund.

Auf dem Weg dorthin passiert man Shackleford und kann, mit ein bisschen Glück, die Bankershore Horses sehen. Ja, denn in diesem National Park leben tatsächlich Wildpferde. Niemand kann mehr so richtig sagen, wie die Pferde hierhin gekommen sind. Anfassen kann man die Pferde aber nicht, denn sie sind eben Wildpferde und an den Kontakt zu Menschen nicht gewöhnt. Ist trotzdem irgendwie schön sich das Ganze aus der Ferne anzugucken. Nur mit den Mücken muss man dabei leben, was aber ehrlich gesagt, je weiter südlich man ist eh an der Tagesordnung ist.

Angekommen auf Cape Lookout, bei strahlendem Sonnenschein und keiner Wolke am Himmel, ist uns dann aufgefallen, dass die Wetterapp felsenfest davon überzeugt war, dass es an diesem Tag noch regnen sollte. Was an sich eine positive Überraschung war, hatte für uns aber zur Folge, dass wir zwar Regenjacken, leider aber weder Schwimmsachen noch Handtücher, geschweige denn Sonnencreme dabei hatten. Vielleicht war das aber auch nicht so schlecht, denn anscheinend lauern auch ein paar Haie im atlantischen Ozean. Wer hätte das gedacht? Wir sind daher erstmal etwas ziellos über die Insel gewandert und haben uns den Leuchtturm und den wirklich atemberaubend schönen Strand auf der Ostseite der Insel angesehen. Wir waren quasi alleine an diesem Strand.

Irgendwann hatten wir eine Runde gemacht und waren wieder auf der Westseite, wo wir auch angelegt hatten, angelangt. Wir sind dann doch einfach in Anziehsachen schwimmen gegangen, weil es irgendwie zu schade gewesen wäre nicht schwimmen zu gehen. Da das Wasser auf dieser Seite sehr flach ist, ist es sehr warm, weshalb hier auch viele Familien mit ihren Kindern schwimmen gehen. Das habe ich im Meer wirklich noch nie erlebt, Wasser mit Fast-Badewannentemperatur! Für all die Warmduscher ist das der perfekte Ort zum Ferien machen.

Myrtle Beach

Am nächsten Tag ging es weiter nach Myrtle Beach oder genauer gesagt Pawleys Island, etwas südlich von Myrtle Beach. Wir waren nach der ganzen Autofahrerei am Abend ziemlich hungrig und machten uns daher erstmal wieder auf Nahrungssuche.

Für den kleinen Hunger: Gilbert’s Icecream

Hand gemachtes Eis – es gibt im Sommer kaum etwas besseres. Und um das ganze noch besser zu machen gibt es bei Gilbert’s Icecream nicht einfach Eis, sondern Southern Bourbon Butter Pecan, Pralinen & Cream oder Cherry Limeade Sorbet.

Was soll ich euch sagen, am nächsten Tag sind wir zum Strand gefahren. Allerdings war der Weg dorthin doch etwas nervenaufreibend. Wir wollten nämlich eine Fahrradtour machen (unsere Gastgeberin hatte uns angeboten die Fahrräder zu nutzen). Die Fahrräder waren allerdings schon länger nicht mehr genutzt worden, weshalb wir die Reifen erstmal aufpumpen mussten. Das war aber kein Problem, schließlich hatte die Lady eine Luftpumpe im Keller. Die war nur leider kaputt. Aber das machte nichts, ein paar 100 Meter weiter war ja eine Tankstelle, da konnten wir die Räder aufpumpen. Dort angekommen stellten wir dann nicht nur fest, dass 1x Aufpumpen 1,50$ kostet, sondern außerdem, dass das Aufpump-Gerät kaputt war.

Okay, blöd aber auf der anderen Seite der Straße, hinter einem Supermarkt, lag ja glücklicherweise direkt die nächste Tankstelle. Also schoben wir, immer noch einigermaßen fröhlich, unsere Räder dorthin. Ich weiß nicht, wer sich hier mit uns einen Spaß erlauben wollte, aber das Gerät war mysteriöserweise auch defekt. Anscheinend sollten wir mit Rädern auf dieser Reise kein Glück haben. Kurz davor die Fahrräder zurückzubringen, entschlossen wir uns die Straße ein Stück in die andere Richtung zu laufen und dort in einer Autowerkstatt nachzufragen, ob man uns behilflich sein könnte. Zack! Der nette Automechaniker hat uns nicht nur die Reifen aufgepumpt, sondern das ganze auch noch UMSONST!!! Lesson learned.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Charleston. Was wir in Holy City erlebt haben, erfahrt ihr dann im nächsten Beitrag 🙂

2 Kommentare zu “Ostküste

  • Oliver G. 3. September 2018 at 7:52 Antworten

    Außer Puste, Platten, Pech und Pannen, luftlos am Strand und Probleme beim Luftholen, ganz schön hartes Schicksal, das euch da an der Küste ereilt hat!

    Dazu dann auch noch Haie im Meer, also in Kanada wäre das nicht passiert!

    Merkregel: ist’s Wasser badewannenwarm, achtet auf den Haialarm!

    Wenn ich das gerade richtig erforscht habe, dann ist die Grundlage für “Jaws” übrigens eine Haiattacke in der Nähe von New Jersey, also noch deutlich nördlicher.

    Wieder sehr schöne Bilder! 🙂 Wildpferde in den U.S.A? Und ich dachte, die gäbe es nur noch in Merfelder Bruch hier bei uns. Und dann noch am Strand, sehr malerisch.

    Auch das Video ist wieder hübsch, dramaturgisch sehr gelungener Übergang von Jennis Füßen über die Muscheln, das Meer und den Horizont zu Joels Gesicht, da ist irgendwie alles mit drauf 😉

    Neptun finde ich klasse! 😀 Der prankt eine Schildkröte zu Boden, das habe ich aber zuerst nicht erkannt, sondern den Schnabel der Kröte für einen Helm und das alles für einen platten Ritter gehalten 😀

    Weiterhin gute Reise! 🙂

  • Claudi 3. September 2018 at 10:56 Antworten

    Danke das ihr euch nicht von einem Hai habt fressen lassen.

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